Web 2.0
Aus Fachkompetenzen zu E-Learning in Mecklenburg-Vorpommern
Der Begriff Web2.0 wird als Synonym und Schlagwort für eine neue Sichtweise auf das World Wide Web verwendet, die in Webportalen und Webservices sichtbar wird, in denen sozialer Austausch, dezentrale Informationsbereitstellung und hochgradige Vernetzung im Vordergrund stehen.
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[bearbeiten] Von Web1.0 zu Web2.0
Um zu verstehen, welche Aspekte der Entwicklung des Internets man derzeitig unter dem Schlagwort Web2.0 diskutiert, hilft ein vergleichender Blick in die Vergangenheit. Das Internet war lange Zeit ein Verbund miteinander vernetzter Server, welches lediglich als weltweites Forschungsnetz genutzt wurde, in dem die bekannten Anwendungen, wie z.B. E-Mail, FTP, Usenet News zur Verfügung standen. Sehr weitreichenden Einfluss auf die Entwicklung des Internets hatte die Einführung des World Wide Webs (HTML/HTTP). Web1.0 stellte sich hiernach als eine Menge vernetzter Computer dar, auf denen Milliarden von statischen Web¬seiten abrufbar zur Verfügung standen, die über Hyperlinks miteinander verbunden wurden.
Das Web2.0 kennt keine solche zentrale technische Innovation. Kennzeichnend für diese neue Entwicklungsepoche ist vielmehr eine andere Art der Wahrnehmung und Nutzung des Internets. Diese wurden durch den vereinfachten und quasi allgegenwärtigen Zugang zum Internet und die Verfügbarkeit entsprechender Geräte und Übertragungsbandbreiten möglich. Das Internet der Ära Web2.0 ist Bestandteil des alltäglichen Lebens geworden.
Technologisch kennzeichnend für Web2.0 sind kleine neue offene Webtechnologien und Standards (z.B. AJAX, RSS), welche die Leistungsfähigkeit bereits länger existierender Konzepte fördern und vor allem durch eine hochgradige Vernetzung und im unmittelbaren Zusammenspiel einen neuen Möglichkeitsraum für die Programmierung und damit neue Formen und Qualitäten der Informationsbereitstellung schaffen. Die Programmierung von Websites wird z.B. enorm beschleunigt, indem man Datenströme aus verschiedenen Quellen kombiniert (Mashups). Im Web1.0 gab es zwar auch jede Menge Foren, Chats und Communities, aber die Technologien des Web2.0 haben geradezu eine eingebaute Tendenz Inhalte, Orte, Menschen, Meinungen oder Ereignisse zu vernetzen und so einen ganz neuen Raum von Produktivität, Interaktion und Miteinander aufzuspannen.
[bearbeiten] Social Software: Anwendungen und Dienste im Web2.0
Die dem Web2.0 zuzuordnenden Anwendungen und Dienste lassen folgende Trends erkennen:
- Das Web wird zur Service-Plattform.
- Das Web dient als globale Plattform für Daten und Dienste, vom Organizer bis zur Textverarbeitung, was die technische Komplexität und den Aufwand für die Softwarepflege und Datensynchronisation verringert. Webbasierte Anwendungen können orts- und geräteunabhängig genutzt werden.
- Das Web wird zum "Live Space" und bringt "Echtzeit-Feeling".
- Die beschleunigte, automatisierte Datenaktualisierung schafft höhere Nutzwerte für das Web.
- Das Web wird zum "Mitmach-Web".
- Anwender sind nicht mehr nur als Konsumenten gefragt, sondern werden zunehmend zu Produzenten von Informationen.
- Das Web wird zum "sozialen Über-Raum".
- Webportale werden zu sozialen Spielräumen, wo es dort darum geht, sich auszudrücken, Inhalte mit anderen zu teilen und Kommentare abzugeben. Anwender bewegen sich mühelos im Dreieck aus Selbstdarstellung, Kommunikation und Kollaboration. Dank sogenannter "Sozialer Software" kann der Prozess der sozialen Vernetzung regelrecht katalysiert werden.
- Das Web wird intelligenter.
- Durch die Ausnutzung kollektiver Intelligenz (z.B. Auswertung von Click-Streams, Tagging, Nutzung von Anwenderbewertungen) erhöht sich der Nutzwert der Angebote.
Der maßgebliche Vernetzungscharakter von Web2.0 hat zur Prägung eines eigenen Begriffs für entsprechende Anwendungen und Dienste geführt: Social Software. Das Ziel solcher Softwaresysteme ist die Kommunikation, Auseinandersetzung, Zusammenarbeit und Darstellung. Nicht selten wird die Bildung von sich selbst organisierenden Interessengemeinschaften, engl. Communities, gefördert. Typische Softwaresysteme, die man Social Software zuordnet, sind Weblogs und Podcast-Plattformen, Wiki, Social Bookmarking - Plattformen, Social Networking - Plattformen. Die Entwicklungen im Web hatte auch Auswirkungen auf das Internet-gestützte Lehren und Lernen und führte in der Anwendung zum E-Learning2.0.
[bearbeiten] Herausforderungen im Web2.0
Folgende Themenfelder stellen aktuelle Herausforderungen dar, für die in der Praxis Lösungen gefunden werden müssen:
- Qualitätssicherung der Angebote
- Dezentrale Beteiligungsmöglichkeiten bei der Angebotserstellung erfordern Vertrauen und Möglichkeiten dezentraler Qualitätskontrollen.
- Auseinandersetzung mit Problemen digitaler Ausgrenzung
- Konvergenz der Medien
- Die Konvergenzleistungen zwischen vernetzten Medien müssen die Anwender erbringen. Die Frage, wie die Medien tatsächlich sinnvoll zusammenwachsen können, bleibt vorerst offen.
- Beherrschung der Komplexität
- Anwender müssen vor überflüssiger Komplexität von Anwendungen bewahrt werden.
- Radikalität bei Anwendungen
- Der Möglichkeitsspielraum wird von heutigen Anwendungen noch nicht voll ausgeschöpft.
[bearbeiten] Literatur und Referenzen
- Willi Schroll & Andreas Neef (2006): Web 2.0 – Was ist dran?, Z_punkt The Foresight Company, Essen, 2006
- Tim O'Reilly (2006): What is Web 2.0, Design Patterns and Business Models for the Next Generation of Software [1], [2], [3]
- WEB-ZWEINULL: Weblog mit Infos, News und Meinungen zum neuen Internet [4]
- Tom Alby (2007): Web2.0 – Konzepte, Anwendungen, Technologien, Carl Hanser Verlag München
- Andrea Back, Norbert Gronau, Klaus Tochtermann (Hrsg.)(2008): Web 2.0 in der Unternehmenspraxis. Grundlagen, Fallstudien und Trends zum Einsatz von Social Software, 2008. ISBN 978-3-486-58579-7
[bearbeiten] Ansprechpartner
Ein Ansprechpartner zu diesem Thema ist Dr. Volker Gries (ANOVA Multimedia Studios GmbH).
