Spielen

Aus Fachkompetenzen zu E-Learning in Mecklenburg-Vorpommern

Wechseln zu: Navigation, Suche

Spielen bezeichnet eine menschliche Tätigkeit, die sich scheinbar zwecklos dem Zeitvertreib widmet.

Spiel bzw. Spielen wird wie folgt beschrieben (z. B. Huizinga, Fritz, Scheuerl):

  • Spiel ist frei, außerhalb des gewöhnlichen Lebens
  • Spiel ist fiktiv und symbolisch
  • Spiel entäußert Bilder der menschlichen Innenwelt
  • Spielen ist Selbstzweck
  • Spielen folgt Regeln

[bearbeiten] Das Spiel der Tiere

Die Verbindung von Spielen und Lernen im Spiel ist keine Domäne allein der Menschen. Aus der vergleichenden Verhaltensforschung ist bekannt, dass die meisten Säugetiere und auch einige Vögel spielen. Dabei unterstützt das Spiel die Tiere beim Kennenlernen der Umwelt, anderer Wesen der gleichen Art und ihrer eigenen Fähigkeiten. Das Spiel findet ähnlich wie beim Menschen in einer Art geschütztem Bereich statt, d. h. für die am Spiel beteiligten Tiere ist klar, dass es sich um ein Spiel handelt. Diesem nützlichen Zeitvertreib widmen sich Tiere allerdings nur, wenn alle anderen Grundbedürfnisse befriedigt sind (kein Hunger oder Durst, in Sicherheit, keine weiteren Aufgaben). Der Tätigkeit des Spielens fehlt der dem sonstigen Handeln grundlegende Ernstbezug wie z. B. das Jagen zur Ernährung oder Zweige sammeln zum Nestbau. Häufige Spiele bei Tieren sind Kampfspiele (z. B. das Raufen der Jungtiere), Jagdspiele (ein Tier spielt die Beute, eines den Jäger) und Bewegungsspiele (z. B. den Uferabhang hinabrutschen). Die Unabhängigkeit des spielerischen Verhaltens von ernsten Antrieben (was der äußeren Zweckfreiheit des menschlichen Spieles durchaus äquivalent ist) erlaubt es den Tieren, neue Verhaltensweisen zu erproben und zu lernen – z. B. das Benutzen von Stöcken bei Affen. Insgesamt handelt es sich beim (tierischen) Spielen um ein evolutionär entwickeltes Verhalten, das durch die spielerische Auseinandersetzung mit der Umwelt das Erlernen nützlicher Verhaltensweisen ermöglicht. Wenngleich die Menschen das Spielen zum Bestandteil ihrer Kultur weiterentwickelt haben, gelten diese grundlegenden Aussagen auch für die Menschen.

[bearbeiten] Literatur

  • Eibl-Eibesfeldt, I.: Grundriss der vergleichenden Verhaltensforschung. München: Piper, 1987.
  • Flitner, A.: Spielen-Lernen. Praxis und Deutung des Kinderspiels. Weinheim: Beltz 2002.
  • Fritz, J.: Das Spiel verstehen. Eine Einführung in Theorie und Bedeutung. Juventa, 2004.
  • Huizinga, J.: Homo ludens. Vom Ursprung der Kultur im Spiel. Rowohlt, 2004.
  • Oerter, R.: Psychologie des Spiels. Weinheim: Beltz, 1999.
  • Scheuerl, H.: Das Spiel. Untersuchungen über sein Wesen, seine pädagogischen Möglichkeiten und Grenzen. Beltz, 1994.

[bearbeiten] Ansprechpartner

Ihre Ansprechpartner für dieses Thema sind:

  • Steffen Malo, Fraunhofer IGD Rostock
Persönliche Werkzeuge