ROME Rahmenkonzept

Aus Fachkompetenzen zu E-Learning in Mecklenburg-Vorpommern

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ROME Rahmenkonzept bezeichnet die zweite Phase des Vorgehensmodells ROME - Rostocker Modell zur systematischen Entwicklung von E-Learning-Angeboten. Der Entwicklungsprozess wird im Rostocker Modell durch folgende Phasen beschrieben: Phase 1: Analyse, Phase 2: Rahmenkonzept, Phase 3: Detailkonzepte, Phase 4: Umsetzung, Phase 5: Einführung und Phase 6: Durchführung.

Ausgangspunkt für die Phase »Rahmenkonzept« im Vorgehensmodell ROME sind die in der Phase 1 erhobenen Informationen über den Bildungsbedarf, die Zielgruppe und den Kontext des zu entwickelnden E-Learning-Angebotes. Um nun ein Rahmenkonzept für ein E-Learning-Angebot zur Befriedigung des erhobenen Bildungsbedarfs zu erarbeitet, werden die folgenden Vorgehensschritte durchlaufen:

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Ziele festlegen

Im Vorgehensschritt Ziele festlegen wird festgeschrieben, mit welcher Zielstellung das Entwicklungsprojekt bearbeitet wird. Anforderungsmanager und Konzepter überlegen gemeinsam, welche Bildungsziele mit dem E-Learning-Angebot erreicht werden sollen, welchen allgemeinen Zielen das E-Learning-Angebot genügen muss und welche Projektmanagementziele im Verlauf des Entwicklungsprojektes verfolgt werden. Mit der Festlegung von Zielen in diesen drei Kategorien werden die Voraussetzungen für alle folgenden Entscheidungen zur Konzeption, Umsetzung und Durchführung des E-Learning-Angebotes sowie für die Messung des Projektfortschritts und das Qualitätsmanagement gelegt.

[bearbeiten] Übersicht

Bezeichnung V2.1 Ziele festlegen
Ziel Es ist festgelegt, was das E-Learning-Angebot leisten muss, um den Bildungsbedarf zu befriedigen und um weiteren Rahmenbedingungen zu genügen.
Aktivitäten
  • Detaillierte und möglichst vollständige Beschreibung der Ziele für das E-Learning-Angebot, einschließlich
    • Bildungsziele (Qualifikationen, Kompetenzen, Lehr-/Lernziele),
    • Allgemeine Ziele (Abschluss oder Zertifikat, zeitlicher Umfang des E-Learning-Angebotes, Bereitstellung für die Wiederverwendung, etc.),
    • Projektmanagementziele (Berücksichtigung von zur Verfügung stehenden Projektmitteln sowie von Richtlinien für Projekt- und Qualitätsmanagement, etc.)
  • Berücksichtigung von Bedarfsbeschreibung, Zielgruppenprofil und Kontextbeschreibung
  • Berücksichtigung der Interessen aller betroffenen und beteiligten Personen festlegen, Überprüfung der Ziele auf eventuelle Widersprüche und ggf. Auflösen der Widersprüche
Eingehende Artefakte
Entstehende Artefakte
Methoden
Rollen
Phase ROME Rahmenkonzept
Vorhergehender Vorgehensschritt -
Nachgehender Vorgehensschritt Didaktischen Ansatz entwickeln

[bearbeiten] Ratgeber

Die Formulierung von Zielen und eine regelmäßige Überprüfung der Zielerreichung erleichtern in vielerlei Hinsicht die Bearbeitung von Projekten. Sie stellen sicher, dass alle Projektbeteiligten in der Hektik des Tagesgeschäfts den Überblick behalten, dass jederzeit die richtigen Entscheidungen getroffen und die richtigen Prioritäten gesetzt werden; ganz allgemein: dass auf die schnellstmögliche Art und Weise das bestmögliche Ergebnis erreicht wird.

Ausgangspunkt für diesen Vorgehensschritt sind die in der Phase ROME Analyse erhobenen Informationen. Sie werden betrachtet und bewertet. Es ergeben sich Ziele für das E-Learning-Angebot sowie für die Projektabwicklung, die als solche formuliert und dokumentiert werden. Dies sind zunächst die drei Zielkategorien Bildungsziele, Allgemeine Ziele und Projektmanagementziele. Außerdem werden Hinweise zur Zielformulierung gegeben.

[bearbeiten] Bildungsziele

Die Bildungsziele für ein E-Learning-Angebot ergeben sich im Wesentlichen aus den in der Phase 1 erhobenen Daten zu Bildungsbedarf, Zielgruppe und Kontext. Ihre Festschreibung stellt sicher, dass das richtige E-Learning-Angebot entwickelt wird.

Die Ziele von Bildung liegen ganz allgemein auf drei Ebenen: erstens dem Verhältnis des Menschen zur Welt, zweitens dem Verhältnis des Menschen zu anderen Menschen und drittens dem Verhältnis des Menschen zu sich selbst. Bildung versucht – in unserem Kulturkreis – dem Menschen bei der Gestaltung dieser drei Aspekte zu helfen, indem es ihn bei der Entwicklung der dazu erforderlichen Kompetenzen unterstützt. Zugleich wird ihm die Möglichkeit gegeben, ein individuelles Gleichgewicht zwischen den Ansprüchen der Welt, den Ansprüchen anderer Menschen und seinen eigenen Ansprüchen zu entwickeln. Damit dient Bildung zum einen der Tradierung von vorhandenem Wissen sowie dem Fortbestand der Gesellschaft, zum anderen ermöglicht sie jedem Einzelnen einen explorativen, zukunftsorientierten Umgang mit der Welt, anderen Menschen und sich selbst.

Bildungsziele lassen sich auf sehr unterschiedliche Art angeben: Lehr-/Lernziele beschreiben konkrete Fertigkeiten, Kompetenzen beschreiben die dafür erforderlichen komplexen Fähigkeiten und Qualifikationen beschreiben den zugehörigen Anwendungskontext. Wenn möglich sollte bei Beschreibung der Bildungsziele für das zu entwickelnde E-Learning-Angebot sowohl auf die angestrebte Qualifikation, als auch auf die zu erwerbenden Kompetenzen und die Lehr-/Lernziele eingegangen werden:

  • Qualifikationen werden meist über Berufsbezeichnungen und Abschlüsse definiert. Dabei ergeben sich die zu erwerbenden Fähigkeiten und Fertigkeiten zum Beispiel durch die Berufsbeschreibungen und Ausbildungsprofile für (gesetzlich) anerkannte Ausbildungsberufe. Für den Bereich der Berufsausbildung im dualen System in Deutschland werden diese vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) festgelegt und fortgeschrieben. Entsprechend kann für die Beschreibung der mit Hilfe des E-Learning-Angebotes zu erwerbenden Qualifikation ggf. auf standardisierte Texte zurückgegriffen und der Bezug zu Veröffentlichungen der entsprechenden Gremien hergestellt werden.
  • Kompetenzen bilden unterschiedlich komplexe Fähigkeiten ab. Diese müssen beherrscht werden, um konkrete Tätigkeiten ausführen zu können. Zum Beispiel steht der Begriff Medienkompetenz ganz allgemein für einen selbst bestimmten, sinnvollen und den – beruflichen oder gesellschaftlichen – Anforderungen gemäßen Umgang mit Medien. Der Begriff Sozialkompetenz steht für Teamfähigkeit, Kritikfähigkeit und Kommunikationsfähigkeit. Die Benennung der zu erwerbenden Kompetenzen sollte durch die Beschreibung der in ihnen enthaltenen Fähigkeiten wenigstens beispielhaft ergänzt werden, da Kompetenzen in verschiedenen Bereichen teilweise unterschiedlich definiert, interpretiert und gewichtet werden.
  • Lehr-/Lernziele beschreiben die durch die Lernenden zu erwerbenden Fertigkeiten. Zum Beispiel könnte »Kompetenter Umgang mit einer CAD-Software« Lehr-/Lernziel für einen CAD-Kurs sein, für den Computerkurs in einer zweiten Klasse wäre es »Texte eingeben und editieren«. Oftmals werden Lehr-/Lernziele unterschiedlich detailliert angegeben. Es entstehen Hierarchien von Lehr-/Lernzielen die dann als Richtziele, Grobziele und Feinziele bezeichnet werden .

Nicht immer ist die Angabe von Bildungszielen für ein E-Learning-Angebot anhand der angestrebten Qualifikationen und der zu erwerbenden Kompetenzen möglich oder erforderlich. Es sollten aber in jedem Fall Lehr-/Lernziele spezifiziert und dokumentiert werden, um sicherzustellen, dass das richtige E-Learning-Angebot für den in der ersten Phase berhobenen Bildungsbedarf entwickelt wird. Dabei ist es in diesem Vorgehensschritt ausreichend, Richtziele anzugeben. Sie beschreiben ein allgemeines Verhalten des Lernenden, das Ziel des E-Learning-Angebotes ist, und werden in der Phase 3 weiter untersetzt.

[bearbeiten] Allgemeine Ziele

Zu den allgemeinen Zielen gehören weitere Aspekte, die das E-Learning-Angebot betreffen und die innerhalb des Entwicklungsprojektes erreicht werden sollen. Sie ergeben sich meist aus den in der ersten Phase erhobenen Informationen. Zu den allgemeinen Zielen gehören folgende Aspekte:

  • Welche Art von Abschluss oder Zertifikat soll mit dem E-Learning-Angebot erreicht werden? Es sind zum Beispiel eine Teilnahmebestätigung, ein Zertifikat oder ein akademischer Abschluss möglich. Ein E-Learning-Angebot kann aber auch ohne formalen Abschluss angeboten werden.
  • In welchem zeitlichen Umfang soll sich das E-Learning-Angebot bewegen? Hierbei sind einerseits die Zeitdauer und andererseits die (wöchentliche oder monatliche) zeitliche Belastung für die Teilnehmenden zu berücksichtigen.
  • Sollen Zwischen- bzw. Endergebnisse des Entwicklungsprojektes für die Wiederverwendung bereitgestellt werden? Dies ist zum Beispiel für das Rahmenkonzept, das Lehr-/Lernmaterial oder einzelne Lehr-/Lernmedien denkbar, wobei von Beginn an zu berücksichtigen ist, wo und zu welchen Bedingungen die Artefakte bereitgestellt werden.

Möglicherweise wurden bei der Analyse sich widersprechende Ziele oder Interessen einzelner beteiligter oder betroffener Personen erhoben. So könnte zum Beispiel bei einer berufsbegleitenden Weiterbildung der Vorgesetzte Interesse an einer regelmäßigen Lernerfolgskontrolle haben, die Lernenden möchten aber nicht ständig Tests oder Prüfungen absolvieren müssen. Solche sich widersprechenden Ziele müssen an dieser Stelle identifiziert, bewertet und gewichtet werden, um Widersprüche aufzulösen und zu eindeutigen Zielen zu kommen.

[bearbeiten] Projektmanagementziele

Die Projektmanagementziele ergeben sich im Wesentlichen aus den zur Verfügung stehenden Projektmitteln (Fachpersonal, Sachmittel und Zeit) sowie aus allgemeinen und spezifischen Richtlinien für das Projekt- und Qualitätsmanagement. Ihre Festschreibung stellt sicher, dass das E-Learning-Angebot auf die richtige Art und Weise entwickelt wird.

Projektmanagementziele sind zum Beispiel: »Das Budget von 15 T€ darf nicht überschritten werden« oder »Das Entwicklungsprojekt ist in der Zeit vom 15. Juni 2006 bis zum 15. Dezember 2006 zu bearbeiten« oder »Nach Abschluss einer jeden Phase sind die Ergebnisse dem Auftraggeber zu präsentieren der dann über die Fortsetzung des Entwicklungsprojektes entscheidet« oder »Alle Projektergebnisse, insbesondere alle Entscheidungen im Projektverlauf, sind zu dokumentieren, von zwei Projektbeteiligten gegenzuzeichnen und im Projektordner abzulegen«.

[bearbeiten] Zielformulierung

Die Festlegung von Zielen in diesem Vorgehensschritt ist grundlegend für den weiteren Projektverlauf. Deshalb sollte man alle Ziele so formulieren, dass sie einerseits kommuniziert werden können und die Zielerreichung andererseits später messbar ist. Dies ist immer dann möglich, wenn Lernziele folgendermaßen formuliert sind:

  • Es werden Verhaltensweisen der Lernenden beschrieben, die diese später beherrschen sollen, zum Beispiel »etwas aufschreiben« im Gegensatz zu »etwas verstehen« oder »etwas wiedergeben«.
  • Es werden Bedingungen genannt, unter denen das Verhalten der Lernenden kontrolliert werden soll oder kontrolliert werden könnte, zum Beispiel »mit Hilfe« im Gegensatz zu »ohne Hilfe« oder »in wenigen Minuten« im Gegensatz zu »innerhalb eines Tages« oder »allein« im Gegensatz zu »in der Gruppe«.
  • Es werden Kriterien angegeben, nach denen entschieden werden kann, ob das Ziel erreicht ist oder nicht.

Die Orientierung an Lernzielen, ihre Formulierung und die Messung der Zielerreichung sind (bzw. waren) Gegenstand einer wissenschaftlichen Debatte im Fachgebiet Pädagogik. Entsprechend sind dazu viele Veröffentlichungen vorhanden.


[bearbeiten] Literaturempfehlung

  • Deutsches Institut für Fernstudienforschung an der Universität Tübingen (DIFF), Hrsg. 2000: Planung, Entwicklung, Durchführung von Fernstudienangeboten: Eine Handreichung. 2. überarb. Aufl. Tübingen: DIFF
Dies bietet einen umfassenden Überblick über die Planung, Entwicklung und Durchführung speziell von Fernstudienangeboten, ist aber zum großen Teil auch auf die Konzeption anderer Bildungsangebote übertragbar.
  • Das Bundesinstitut für Berufsbildung veröffentlicht unter [1] BIBB (Ausbildungsprofile) die Beschreibung von Ausbildungsprofilen gesetzlich anerkannter Ausbildungsberufe.
  • Lenhard, H. :[2] Lernziele in Stichworten
Es gibt Hinweise zur Formulierung von Lehr-/Lernzielen.

[bearbeiten] Didaktischen Ansatz entwickeln

Im Vorgehensschritt Didaktischen Ansatz entwickeln werden zunächst verschiedene didaktische Ansätze zur Umsetzung des E-Learning-Angebotes erarbeitet. Konzepter und Didaktiker bewerten die vorliegenden Ideen unter Berücksichtigung der im Vorgehensschritt festgelegten Ziele sowie in Hinblick auf ihre Entwicklungsfähigkeit. Sie wählen einen praktikablen didaktischen Ansatz aus, der dann als Grundlage für die weitere Konzeption und Umsetzung des E-Learning-Angebotes dient.

[bearbeiten] Übersicht

Bezeichnung V2.2 Didaktischen Ansatz entwickeln
Ziel Es ist ein geeigneter didaktischer Ansatz zur Umsetzung des E-Learning-Angebotes unter Berücksichtigung von Bildungsbedarf und Zielgruppe entwickelt und dokumentiert.
Aktivitäten
  • Brainstorming zu bzw. Recherche von idealerweise unterschiedlichen didaktischen Ansätzen zur Befriedigung des Bildungsbedarfs
  • Skizzierung der entwickelten Ansätze in Hinblick auf Bedarfsbeschreibung und Zielgruppenprofil
  • Bewertung der unterschiedlichen Ansätze und Auswahl eines geeigneten Ansatzes für die Weiterentwicklung
  • ggf. Formulierung von Richtzielen, wenn dies nicht bereits im vorhergehenden Vorgehensschritt getan wurde
Eingehende Artefakte
Entstehende Artefakte
Methoden
Rollen
Phase ROME Rahmenkonzept
Vorhergehender Vorgehensschritt Ziele festlegen
Nachgehender Vorgehensschritt Rahmenkonzept entwickeln

[bearbeiten] Ratgeber

Diesem Vorgehensschritt liegt die Annahme zugrunde, dass es für jedes Problem mehrere Lösungsmöglichkeiten gibt. Auch bei der Entwicklung eines E-Learning-Angebotes sollte man sich nicht mit der erstbesten Lösungsidee zufrieden geben, sondern nach Alternativen suchen, diese entsprechend den festgelegten Zielen bewerten und die bestmögliche Lösungsidee für die weitere Konkretisierung auswählen. Diese Vorgehensweise – sie wird auch als Prinzip der Variantenbildung bezeichnet – ist in vielen Vorgehensschritten im Verlauf des Entwicklungsprojektes sinnvoll, bei der Erarbeitung eines ersten didaktischen Ansatzes jedoch besonders wichtig.

Zur Ermittlung von alternativen didaktischen Ansätzen lassen sich die Methoden Brainstorming oder Recherche einsetzen. Mit ihrer Hilfe und auf Basis der Bedarfsbeschreibung aus der ersten Phase werden durch Konzepter und Didaktiker alternative didaktische Ansätze erarbeitet. Dabei geht es zunächst darum, möglichst viele Alternativen zu finden. Über die Konsequenzen der Umsetzung eines didaktischen Ansatzes sollte an dieser Stelle noch nicht nachgedacht werden.

Alternative didaktische Ansätze erhält man durch Variation der verschiedenen Aspekte eines E-Learning-Angebotes:

  • Es hat sich als günstig erwiesen, zunächst die didaktische Dimension zu betrachten und unterschiedliche didaktische Herangehensweisen zu ermitteln. So ließe sich zum Beispiel ein E-Learning-Angebot – ganz grob – nach der behaviouristischen Lerntheorie (Gehirn als Black-Box, Lernen in kleinen Schritten), nach der kognitivistischen Lerntheorie (Gehirn verarbeitet Informationen, Lernen infolge selbstständigen bewussten Denkens) oder nach der konstruktivistischen Lerntheorie (Gehirn als informationell geschlossenes System, Lernen durch Reflektion von Problemen) entwickeln.
  • Auch die Betrachtung der Lehr-/Lernformen kann zu alternativen Ansätzen führen. Ein Bildungsangebot lässt sich zum Beispiel als traditionelle Präsenzveranstaltung, als reines Online-Lernen oder als Mischung von beiden Lehr-/Lernformen realisieren. Für ein E-Learning-Angebot wiederum, kann man zum Beispiel den Anteil und die Ausprägung von Präsenz- und Online-Phasen variieren. In Präsenzveranstaltungen lassen sich darbietende Methoden mit Methoden der Gruppenarbeit kombinieren, in Online-Phasen wiederum sind individuelles Selbststudium, Gruppenarbeit oder darbietende Methoden möglich.
  • Weiterhin sind Variationen der Teilnehmerstruktur (homogene Gruppen vs. heterogene Gruppen), der Inhalte (Breite vs. Tiefe), der Lehr-/Lernmaterialien (schriftliches Material, mündliche Darbietung, Lehr-/Lernmedien), etc. möglich.

Zur Bewertung der Alternativen ist es manchmal hilfreich, ganz bewusst die Perspektive zu wechseln und eine Idee zum Beispiel aus Sicht der Teilnehmenden zu betrachten. Des Weiteren sollten zur Bewertung der didaktischen Ansätze die im Vorgehensschritt Ziele festlegen erarbeiteten Ziele herangezogen werden. Nur so kann festgestellt werden, ob ein didaktischer Ansatz im Kontext des Entwicklungsprojektes überhaupt umzusetzen ist.

Der am besten geeignete didaktische Ansatz wird ausgewählt und seine Umsetzung als E-Learning-Angebot grob skizziert. Auf dieser Basis ist eine erste Einschätzungen hinsichtlich des Entwicklungspotenzials der Lösung und von denkbaren Problemen möglich. Hierbei kann es durchaus vorkommen, dass ein E-Learning-Angebot sich gar nicht als die beste Lösung zur Befriedigung des Bildungsbedarfes erweist, sondern dass eine traditionelle Präsenzveranstaltung besser geeignet ist. Viele der beschriebenen Vorgehensschritte sind trotzdem relevant, so dass das Entwicklungsprojekt an dieser Stelle nicht abgebrochen werden muss, sondern entsprechend der hier beschriebenen Vorgehensweise weiter bearbeitet werden kann.

Spätestens in diesem Vorgehensschritt sollten die Lehr-/Lernziele für das E-Learning-Angebot in Form von Richtzielen beschrieben werden, wenn dies im vorhergehenden Vorgehensschritt »Ziele festlegen« noch nicht möglich war. Richtziele werden in der dreistufigen Beschreibung von Lehr-/Lernziele am abstraktesten und unkonkretesten beschrieben und durch die beiden folgenden Kategorien (Grobziele und Feinziele) in einem später folgenden Vorgehensschritt konkretisiert. Zum Beispiel wäre es für einen CAD-Kurs denkbar, »Erstellen und Bearbeiten von dreidimensionalen Darstellungen von Bauteilen oder Gebäuden mit einer CAD-Software« als Richtziel anzugeben. Die Zwischenergebnisse und das Endergebnis aller Aktivitäten in diesem Vorgehensschritt sind zu dokumentieren, damit der ausgewählte didaktische Ansatz zu einem Rahmenkonzept weiterentwickelt werden kann.

[bearbeiten] Literaturempfehlung

  • Niegemann, H. M./ Hesser, S./ Hochscheid-Mauel, D./ Aslanski, K./ Deimann, M./ Kreuzberger, G. 2004: Kompendium E-Learning. Berlin: Springer
Dies bietet einen umfassenden Überblick über verschiedene Aspekte und das Umfeld der Entwicklung von E-Learning-Angeboten.
  • Kerres, Michael (2001): Multimediale und telemediale Lernumgebungen. Einsatz und Entwicklung. München: Oldenbourg
Es ist ein Lehrbuch, das schwerpunktmäßig die Phasen Konzeption und Umsetzung von E-Learning-Angeboten behandelt.
  • Minass, E. (2002): Dimensionen des E-Learnings. Smart Books Verlag
Hier werden unterschiedliche Herangehensweisen an die Kategorisierung von E-Learning-Angeboten beschrieben. Diese lassen sich sehr gut als Ansatz für die Alternativenentwicklung heranziehen.
  • Wack, Otto Georg/ Detlinger, Georg/ Grothoff, Hildegard (1998): Kreativ sein kann jeder. Kreativstechniken für Leiter von Projektgruppen, Arbeitsteams, Workshops und von Seminaren. 2. Aufl. Windmühle Verlag
Es unterstützt bei der Entwicklung und Bewertung von Alternativen mit Hilfe von Kreativitätstechniken.
  • Emlein, Günther/ Kasper, Wolfgang A. (2003): QuerDenken. Tools und Techniken für kreative Kicks. Vak Verlags GmbH
Hier geht es ganz allgemein um Kreativität und darum, wie Personen und Organisationen kreativ werden können. Die Anwendung von elf Kreativitätsmethoden wird praxisorientiert angeleitet.
  • [3] BMEV (Mediation)
Dies verweist auf Literatur, die in der Konfliktbewältigung verwendet wird. In diesem Bereich spielt die Entwicklung alternativer Lösungswege eine besonders wichtige Rolle.

[bearbeiten] Rahmenkonzept entwickeln

Im Vorgehensschritt Rahmenkonzept entwickeln wird der ausgewählte didaktische Ansatz weiter untersetzt. Konzepter, Fachautor und Didaktiker betrachten dazu die Aspekte Lehr-/Lerninhalte, Lehr-/Lernformen und Lehr-/Lernmaterialien sowie organisatorische, technische und die Evaluation betreffende Aspekte des E-Learning-Angebotes. Es entsteht ein Rahmenkonzept für das E-Learning-Angebot als Grundlage für die weitere Detaillierung und die nachfolgende Umsetzung.

[bearbeiten] Übersicht

Bezeichnung V2.3 Rahmenkonzept entwickeln
Ziel Es ist ein Rahmenkonzept zur Umsetzung des E-Learning-Angebotes entwickelt und beschrieben.
Aktivitäten
  • Weiterentwicklung des didaktischen Ansatzes zu einem Rahmenkonzept für das E-Learning-Angebot
  • Entwicklung von Ideen, ggf. Diskussion von Alternativen, in Hinblick auf
    • Lehr-/Lerninhalte (als erste Inhaltssammlung mit grober inhaltlicher Struktur),
    • Lehr-/Lernformen (Lerntheorie, didaktische Untersetzung, Lernzeiten, Lernorte, etc.),
    • Lehr-/Lernmaterialien (Bücher, Skripte, Arbeitsanleitungen, CBT, WBT, Aufgabenstellungen, etc.),
    • Organisation (Lernplätze, Termine, Zeitaufwand bei den Lernenden, etc.) ,
    • Technik (Hardware, Software, Ausstattung von Räumen und individuellen Lernplätzen, etc.),
    • Evaluationskonzept für das E-Learning-Angebot (einschließlich Evaluationskonzept und Evaluationsinstrumenten)
  • Dokumentation aller Informationen und Entscheidungen als Rahmenkonzept
Eingehende Artefakte
Entstehende Artefakte
Methoden
Rollen
Phase ROME Rahmenkonzept
Vorhergehender Vorgehensschritt Didaktischen Ansatz entwickeln
Nachgehender Vorgehensschritt Phase ‚Rahmenkonzept’ managen und evaluieren

[bearbeiten] Ratgeber

Das Rahmenkonzept basiert auf dem ausgewählten didaktischen Ansatz und bestimmt den groben Rahmen, innerhalb dessen das E-Learning-Angebot entwickelt wird. Über einige der bei der Entwicklung des Rahmenkonzeptes zu berücksichtigenden Aspekte wurde in vorhergehenden Vorgehensschritten bereits nachgedacht; diese werden hier weiter detailliert oder nur nochmals im Zusammenhang betrachtet. Andere Aspekte werden erstmals berücksichtigt; für diese ist eventuell eine kurze Alternativendiskussion (entsprechend dem Vorgehensschritt "Didaktischen Ansatz entwickeln") sinnvoll. Bei der Entwicklung des Rahmenkonzeptes sind die folgenden Aspekte von E-Learning-Angeboten zu berücksichtigen und auf einem noch nicht allzu detaillierten Niveau zu beschreiben:

  • Lehr-/Lerninhalte
Es ist zu beschreiben, welche Inhalte im E-Learning-Angebot behandelt werden sollen. Dazu gehören erste Überlegungen zur thematischen Breite und Tiefe der Darstellungen, zu eventuell erforderlichen Grundlagen- oder Randthemen sowie zur inhaltlichen Struktur (sequentiell, als voneinander unabhängige Module oder als vernetzte Wissenskarte). Die Überlegungen zu den Lehr-/Lerninhalten basieren unter anderem auf den im Vorgehensschritt »Ziele festlegen« festgeschriebenen Bildungszielen und werden in der dritten Phase weiter ausgearbeitet.
  • Lehr-/Lernformen
Es ist zu beschreiben, welche Lehr-/Lernformen im E-Learning-Angebot Anwendung finden sollen. Dazu gehören Überlegungen zur Untersetzung des didaktischen Ansatzes (zum Beispiel anhand der didaktischen Modelle nach Flechsig oder der Webdidaktik nach Meder), zu Lernzeiten und Lernorten (zum Beispiel zur Ausprägung von Präsenz- und Onlinephasen) und zu deren methodischer Umsetzung (zum Beispiel in Form von Gruppenarbeit, als Vortrag oder auch im Selbststudium). Die Diskussionen zu den Lehr-/Lernformen basieren unter anderem auf den in den Vorgehensschritten »Ziele festlegen« bzw. »Didaktischen Ansatz entwickeln« bereits angestellten und dokumentierten Überlegungen. Sie werden in der Phase »Detailkonzepte« weiter ausgearbeitet.
  • Lehr-/Lernmaterial
Es ist zu beschreiben, welches Lehr-/Lernmaterial im E-Learning-Angebot verwendet werden soll. Zu den Lehr-/Lernmaterialien gehören zum Beispiel Bücher, Skripte und Arbeitsanleitungen, Präsentationen, Linksammlungen und Webpräsenzen oder einzelne Webseiten, CBT, WBT und Lernspiele, Aufgabenstellungen zum kooperativen Lernen und für die Lernerfolgskontrolle, aber auch sonstige Geräte und Einrichtungen, etc. Es ist zu recherchieren, welche Lernmaterialien zur Untersetzung der spezifizierten Lehr-/Lerninhalte bereits vorhanden sind und für das zu entwickelnde E-Learning-Angebot verwendet werden können. Es ist weiterhin zu überlegen, welche Lehr-/Lernmaterialien im Entwicklungsprojekt neu zu erarbeiten sind. Die Diskussionen zu den Lehr-/Lernmaterialien basieren unter anderem auf den in den Vorgehensschritten »Ziele festlegen« bzw. »Didaktischen Ansatz entwickeln« bereits angestellten und dokumentierten Überlegungen. Sie werden in der Phase »Detailkonzepte« weiter ausgearbeitet.
  • Organisation
Es ist zu überlegen, welche organisatorischen Konsequenzen sich aus den bereits angestellten Überlegungen zu Lehr-/Lerninhalten, Lehr-/Lernformen und Lehr-/Lernmaterial ergeben. Dazu gehören zum Beispiel örtliche Gegebenheiten wie vorhandene oder noch einzurichtende Seminarräume, Computerräume oder individuelle Lernplätze, etc. sowie zeitliche Gegebenheiten wie die Gesamtdauer des E-Learning-Angebotes, Termine für Präsenzveranstaltungen, die Dauer von Online-Phasen, der durch einzelne Lernende zu erbringende Zeitaufwand, etc. Die Festlegungen zur Organisation basieren unter anderem auf den Ergebnissen der Phase »Analyse« sowie auf den Überlegungen im Vorgehensschritt »Ziele festlegen«. Sie werden in den Phasen 4 und 5 weiter ausgearbeitet.
  • Technik
Es ist zu beschreiben, welche technischen Konsequenzen sich aus den bereits angestellten Überlegungen zu Lehr-/Lerninhalten, Lehr-/Lernformen, Lehr-/Lernmaterial und Organisation ergeben. Dazu gehören zum Beispiel Anforderungen an die Hardware- und Softwareausstattung von Seminarräumen, Computerräumen und individuellen Lernplätzen, zum Beispiel die technischen Daten von Computern, Monitoren und Präsentationstechnik, erforderliche Betriebssysteme, die Bandbreite der Internetanbindung, Spezialhardware wie Headsets, Webcams, etc. Weiterhin sind die technische Kompetenz von Lehrenden und Lernenden zu berücksichtigen. Die Festlegungen zur Technik basieren unter anderem auf den Ergebnissen der Phase 1 sowie auf den Überlegungen im Vorgehensschritt »Ziele festlegen«. Sie werden in den Phasen »Umsetzung« und »Einführung« weiter ausgearbeitet.
  • Evaluation
Hier geht es nicht um die Evaluation des Entwicklungsprojektes (dies geschieht im Vorgehensschritt »Phase managen und evaluieren« am Ende einer jeden Phase) sondern um die Evaluation des E-Learning-Angebotes, insbesondere der mit den Lernenden durchgeführten Bildungsmaßnahme. Es ist zu beschreiben, welche Evaluationsmaßnahmen durchgeführt werden sollen, also zum Beispiel ob während (formativ) oder erst nach Abschluss (summativ) des E-Learning-Angebotes evaluiert wird, ob Fragebögen ausgeteilt, Einzelgespräche mit den Teilnehmenden geführt oder Gesprächsgruppen gebildet werden, etc. Auch die Lehrenden sowie weitere betroffene und beteiligte Personen sind in die Evaluation des E-Learning-Angebotes einzubeziehen. Weiterhin ist zu beschreiben, welche Evaluationsinstrumente erforderlich sind, also zum Beispiel ob eine regelmäßige Lernerfolgskontrolle als Evaluationsinstrument ausreicht, ob Evaluationsfragebögen oder Interview-Leitfäden konzipiert und erstellt werden müssen oder ob eine Online-Befragung aufzusetzen ist, etc. Die Festlegungen zur Evaluation basieren unter anderem auf den Überlegungen im Vorgehensschritt »Ziele festlegen«. Sie werden in den Phasen 4 (Umsetzung) und 6 (Durchführung) weiter ausgearbeitet.


Die Überlegungen zu den einzelnen Aspekten des E-Learning-Angebotes können nicht vollständig isoliert voneinander angestellt werden, da sie sich in vielen Fällen gegenseitig beeinflussen. Wenn zum Beispiel die technische Kompetenz der Lernenden für die vorgesehenen Lehr-/Lernformen nicht ausreicht – die Lernenden zum Beispiel den Computer oder einzelne Software-Werkzeuge nicht bedienen können – so sind entweder entsprechende Lehr-/Lerninhalte zur Vermittlung der technischen Kompetenz in das E-Learning-Angebot mit aufzunehmen oder andere Lehr-/Lernformen vorzusehen. Oder wenn die organisatorischen Voraussetzungen für eine Umsetzung einzelner Lehr-/Lernformen nicht ausreichen – zum Beispiel die Seminarräume nicht adäquat ausgestattet sind – so sind entweder die organisatorischen Voraussetzungen zu ändern oder andere Lehr-/Lernformen vorzusehen.

Bei der Erarbeitung des Rahmenkonzeptes sind Entscheidungen zu treffen, die für alle folgenden Vorgehensschritte im Entwicklungsprojekt relevant sind. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, das gesamte Team und ggf. auch den Auftraggeber an den Diskussionen oder zumindest an der Verabschiedung von Entscheidungen zu beteiligen. Weiterhin ist es auch für diesen Vorgehensschritt wichtig, alle Entscheidungen nachvollziehbar zu dokumentieren.

[bearbeiten] Literaturempfehlung

  • Deutsches Institut für Fernstudienforschung an der Universität Tübingen (DIFF), Hrsg. 2000: Planung, Entwicklung, Durchführung von Fernstudienangeboten: Eine Handreichung. 2. überarb. Aufl. Tübingen: DIFF
Es bietet einen umfassenden Überblick über die Planung, Entwicklung und Durchführung speziell von Fernstudienangeboten, ist aber zum großen Teil auch auf die Konzeption anderer Bildungsangebote übertragbar.
  • Niegemann, H. M./ Hesser, S./ Hochscheid-Mauel, D./ Aslanski, K./ Deimann, M./ Kreuzberger, G. 2004: Kompendium E-Learning. Berlin: Springer
Dies bietet einen umfassenden Überblick über verschiedene Aspekte und das Umfeld der Entwicklung von E-Learning-Angeboten.
  • Kerres, Michael (2001): Multimediale und telemediale Lernumgebungen. Einsatz und Entwicklung. München: Oldenbourg
Es ist ein Lehrbuch, das schwerpunktmäßig die Phasen Konzeption und Umsetzung von E-Learning-Angeboten behandelt.
  • Minass, E. (2002): Dimensionen des E-Learnings. Smart Books Verlag
Hier werden unterschiedliche Herangehensweisen an die Kategorisierung von E-Learning-Angeboten beschrieben. Diese lassen sich sehr gut als Ansatz für die Alternativenentwicklung heranziehen.
  • Bortz, J. / Döring, N. (2003): Forschungsmethoden und Evaluation für Human- und Sozialwissenschaftler. 3. überarb. Aufl. Berlin: Springer
Dies enthält ausführliche Erläuterungen unter anderem zur Vorbereitung und Durchführung von Evaluationen.

[bearbeiten] Phase ‚Rahmenkonzept’ managen und evaluieren

Im Vorgehensschritt Phase ‚Rahmenkonzept’ managen und evaluieren werden Verlauf und Ergebnisse aller Vorgehensschritte der Phase ROME Rahmenkonzept überprüft. Projektmanager, Anforderungsmanager und Evaluator berücksichtigen dabei sowohl inhaltliche Aspekte als auch Aspekte des Projektmanagements, des Qualitätsmanagements, des Kommunikationsmanagements und des Änderungsmanagements, um Probleme rechtzeitig zu erkennen und geeignet gegensteuern zu können.

[bearbeiten] Übersicht

Bezeichnung V2.4 Phase ‚Rahmenkonzept’ managen und evaluieren
Ziel Verlauf und Ergebnisse aller Vorgehensschritte der Phase »Rahmenkonzept« sind überprüft, ggf. wurde nachgesteuert.
Aktivitäten
  • Überprüfung des aktuellen Standes des Entwicklungsprojektes in Hinblick auf inhaltliche Aspekte (Eignung von didaktischem Ansatz und Rahmenkonzept, Eignung für den Bildungsbedarf und die Zielgruppe, Erfüllung der Erwartungen des Auftraggebers und anderer beteiligter und betroffener Personen, etc.)
  • Überprüfung von Verlauf und Ergebnissen der Vorgehensschritte, ggf. Nachsteuerung:
    • Einhaltung von Zeit- und Kostenplänen (Projektmanagement)
    • Vorhandensein und Vollständigkeit der Artefakte und sonstiger Dokumente (Qualitätsmanagement)
    • Nachvollziehbarkeit und Transparenz von Entscheidungen und des Informations- und Kommunikationsstands aller Beteiligten

(Kommunikationsmanagement)

    • Dokumentation von Änderungswünschen aller Beteiligten, Entscheidung über deren Annahme und Nachverfolgung

(Änderungsmanagement)

  • Entscheidung über die Fortsetzung des Entwicklungsprojektes
Eingehende Artefakte
Entstehende Artefakte
Methoden
Rollen
Phase ROME Rahmenkonzept
Vorhergehender Vorgehensschritt Rahmenkonzept entwickeln
Nachgehender Vorgehensschritt -

[bearbeiten] Ratgeber

Der Vorgehensschritt »Phase ‚Rahmenkonzept’ managen und evaluieren« überprüft Verlauf und Ergebnisse aller Vorgehensschritte der Phase »Rahmenkonzept« sowohl in Hinsicht auf inhaltliche als auch in Hinsicht auf formale Aspekte. Dabei soll in erster Linie ermittelt werden, ob das begonnene Entwicklungsprojekt fortgesetzt werden kann oder ob es besser ist, dass Entwicklungsprojekt aufgrund von in der Phase »Rahmenkonzept« erlangten Erkenntnissen abzubrechen.

Die folgenden Fragen berücksichtigen vorwiegend inhaltliche Aspekte:

  • Sind mehrere alternative didaktische Ansätze für das E-Learning-Angebot entwickelt worden?
  • Ist der ausgewählte didaktische Ansatz unter den in der Phase »Analyse« ermittelten Voraussetzungen für die weitere Betrachtung am besten geeignet?
  • Untersetzt das entwickelte Rahmenkonzept den ausgewählten didaktischen Ansatz? Ist es nachvollziehbar dokumentiert und in sich konsistent?
  • Kann der erhobene Bildungsbedarf mit Hilfe des bisher konzipierten E-Learning-Angebotes voraussichtlich befriedigt werden?
  • Ist das konzipierte E-Learning-Angebot für die Zielgruppe geeignet?
  • Können die Erwartungen des Auftraggebers erfüllt werden? Können die Erwartungen der beteiligten und betroffenen Personen ausreichend gut erfüllt werden?

Die folgenden Fragen helfen zu erkennen, inwieweit beim Management des Entwicklungsprojektes nachgesteuert werden muss:

  • Kann das Entwicklungsprojekt wirtschaftlich bearbeitet werden? Stehen ausreichend Projektmittel zur Verfügung? Kann auf qualifiziertes Fachpersonal (ggf. externes Dienstleister) zurückgegriffen werden? Ist ausreichend Zeit vorhanden? (Projektmanagement)
  • Sind alle erhobenen Daten ausreichend gut dokumentiert? Sind alle getroffenen Entscheidungen nachvollziehbar? (Qualitätsmanagement)
  • Sind alle am Entwicklungsprojekt Beteiligten ausreichend informiert? Herrscht Einigkeit über die Vorgehensweise und die zu erreichenden Ziele? Wurden eventuelle Missverständnisse aufgedeckt und ausgeräumt? (Kommunikationsmanagement)
  • Wurden eventuelle Änderungswünsche dokumentiert? Wurde bereits entschieden, wie mit dem Änderungswunsch zu verfahren ist oder wann eine Entscheidung darüber getroffen werden kann? (Änderungsmanagement)

Wenn bei Beantwortung dieser Fragen Mängel in Bezug auf den Verlauf oder die Ergebnisse von Vorgehensschritten erkannt werden, kann – wenn möglich und erforderlich – für diese Phase noch nachgearbeitet werden. In jedem Fall können aber für die folgenden Phasen Maßnahmen ergriffen werden, um das Entwicklungsprojekt effizienter zu gestalten und qualitativ bessere Ergebnisse zu erhalten. Im Vergleich zum Abschluss der Phase 1 herrscht nun größere Klarheit in Hinblick auf das zu entwickelnde E-Learning-Angebot und den Verlauf des Entwicklungsprojektes. Projektmanager, Anforderungsmanager und Auftraggeber sollten aber wiederum gemeinsam abwägen, ob die weitere Bearbeitung des Entwicklungsprojektes sinnvoll ist. Ist bereits jetzt erkennbar, dass der Bildungsbedarf mit Hilfe des bisher konzipierten E-Learning-Angebotes nicht befriedigt werden kann oder dass die zur Verfügung stehenden Projektmittel nicht ausreichen, so sollte das Entwicklungsprojekt anders ausgerichtet oder im schlimmsten Fall abgebrochen werden.

[bearbeiten] Literaturempfehlung

  • Bortz, J./ Döring, N. (2003): Forschungsmethoden und Evaluation für Human- und Sozialwissenschaftler. 3. überarb. Aufl. Berlin: Springer
Es enthält ausführliche Erläuterungen unter anderem zur Vorbereitung und Durchführung von Evaluationen.
  • Litke, H.-D. (2004): Projektmanagement. 4. überarbeitete und erweiterte Auflage. München: Hanser Wirtschaft Verlag sowie
  • Burghardt, M. (2002): Projektmanagement - Standarswerk für Projektbeteiligte. Erlangen: Publicis Corporate Publishing.
Dies sind Standardwerke, die ausführlich und verständlich in die Grundlagen des Projektmanagements einführen.


[bearbeiten] Ansprechpartner

  • Dr. Sybille Hambach, Steffen Malo (Fraunhofer IGD Rostock)
Persönliche Werkzeuge