ROME Durchführung
Aus Fachkompetenzen zu E-Learning in Mecklenburg-Vorpommern
ROME Durchführung bezeichnet die sechste und letzte Phase des Vorgehensmodells ROME - Rostocker Modell zur systematischen Entwicklung von E-Learning-Angeboten. Der Entwicklungsprozess wird im Rostocker Modell durch folgende Phasen beschrieben: Phase 1: Analyse, Phase 2: Rahmenkonzept, Phase 3: Detailkonzepte, Phase 4: Umsetzung, Phase 5: Einführung und Phase 6: Durchführung.
In der Phase »Durchführung« im Vorgehensmodell ROME wird das entwickelte E-Learning-Angebot für die intendierte Zielgruppe durchgeführt:
Inhaltsverzeichnis |
[bearbeiten] Durchführung vorbereiten
Im Vorgehensschritt Durchführung vorbereiten werden letzte Maßnahmen zur Vorbereitung der Durchführung des E-Learning-Angebotes getroffen. Der Bildungsanbieter kümmert sich um Werbung, Beratung sowie die vertragliche Bindung der Lernenden. Es werden letzte Vorbereitungen getroffen, so dass alle Lehr- und Lernaktivitäten reibungslos ablaufen können.
[bearbeiten] Übersicht
| Bezeichnung | V6.1 Durchführung vorbereiten |
| Ziel | Die Lernenden sind geworben, informiert und vertraglich gebunden. Die Durchführung des E-Learning-Angebotes kann beginnen. |
| Aktivitäten |
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| Voraussetzung |
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| Ergebnis | |
| Methoden |
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| Rollen | |
| Phase | ROME Durchführung |
| Vorhergehender Vorgehensschritt | - |
| Nachgehender Vorgehensschritt | E-Learning-Angebot durchführen |
[bearbeiten] Ratgeber
Im Vorgehensschritt »Durchführung vorbereiten« werden die letzen noch erforderlichen Maßnahmen für eine erfolgreiche Durchführung des E-Learning-Angebotes getroffen. Dazu gehören die Werbung für das E-Learning-Angebot und die Beratung von Interessenten, die vertragliche Bindung der Lernenden sowie letzte organisatorische Vorbereitungen für einen reibungslosen Ablauf.
Werbung und Lernberatung
Durch geeignete Werbemaßnahmen sollten hinreichend viele Personen angesprochen werden, die Interesse an einer Teilnahme am E-Learning-Angebot haben könnten. Die Werbemaßnahmen sind auf die Zielgruppe abzustimmen und können zum Beispiel Veröffentlichungen in Fachzeitschriften oder im Internet, die Verbreitung von Informationsmaterialien über Fachverbände, auf Messen, auf Kongressen oder über Mailinglisten, die direkte Ansprache von potentiellen Teilnehmern etc. umfassen.
Der Bildungsanbieter sollte Kontakte zu Interessenten knüpfen, sie über das E-Learning-Angebot informieren, ihre fachlichen und organisatorischen Anfragen beantworten oder deren Beantwortung organisieren. Der Bildungsanbieter kann weiterhin eine Lernberatung anbieten. Diese geht über die Beantwortung von Fragen zum E-Learning-Angebot weit hinaus, weil Interessenten am E-Learning-Angebot individuell, vor dem Hintergrund ihrer persönlichen Lernbiografie beraten werden. Dabei spielen zum Beispiel Lernerfahrungen (auch in Hinblick auf E-Learning), Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten, erworbene Abschlüssen, die Bereitschaft, Geld und Zeit in die eigene Aus- und Weiterbildung zu investieren und auch der familiäre Kontext eine wichtige Rolle. Nach dem Beratungsgespräch können Interessenten die Auswirkungen einer Teilnahme am E-Learning-Angebot auf ihre beruflichen Chancen, ihr persönliches Zeitbudget, ihren Wissens- und Kompetenzerwerb, etc. einschätzen. Die Lernberatung wird bei Bedarf angeboten und kann kostenpflichtig sein.
Vertragliche Bindung von Lernenden
Interessenten, die sich für eine Teilnahme am E-Learning-Angebot entscheiden, melden sich beim Bildungsanbieter an. Bildungsanbieter und Interessent schließen einen Vertrag, der die vom Bildungsanbieter zu erbringenden Leistungen und den vom Lernenden zu zahlenden Preis regelt. Die meisten Bildungsanbieter verfügen bereits über Standardverträge und Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB). Müssen diese erst erarbeitet oder neu gestaltet werden, so sollten unbedingt (juristische) Fachleute einbezogen werden. Unabhängig davon sind im World Wide Web Muster-AGB für verschiedene Anwendungsgebiete erhältlich. In Verbindung mit der Anmeldung zum E-Learning-Angebot werden persönliche Daten des Interessenten erhoben, deren Speicherung und Verarbeitung datenrechtlichen Vorgaben unterliegt. Bei Problemen mit der Zahlung sind gesetzliche Vorgaben zu Mahnverfahren einzuhalten.
Im Rahmen der Vertragsgestaltung zwischen Bildungsanbieter und Lernendem bietet sich auch eine Lernzielvereinbarung an. Diese regelt die Pflichten und Rechte sowohl des Bildungsanbieters wie auch der Lernenden im Zusammenhang mit dem E-Learning-Angebot, zum Beispiel die Rückmeldefristen durch Lehrende, Fristen für die Abgabe von Lernerfolgskontrollen, etc.
Sollten sich die angemeldeten Lernenden extrem von der intendierten Zielgruppe unterscheiden (zum Beispiel beim Vorwissen, bisherigen Abschlüssen, etc.), so ist dies geeignet zu kompensieren. Zum Beispiel könnten die Lehrenden einzelne Teile des E-Learning-Angebotes methodisch oder inhaltlich verändern. Es wäre weiterhin möglich, für einen Teil der Lernenden einen Vorkurs zum E-Learning-Angebot anzubieten. Besteht kein Handlungsspielraum für Anpassungen oder Veränderungen, so muss dies den Lernenden mitgeteilt werden.
Abschließende organisatorische Vorbereitungen
Abschließend sind noch einige organisatorische Maßnahmen erforderlich. Dazu zählen zum Beispiel die Buchung von geeigneten Räumen, wenn erforderlich mit Computern und Internetanbindung. Ggf. sind auch Selbstlernplätze bereit zu halten oder es ist spezielle Präsentations- oder Moderationstechnik zur Verfügung zu stellen, zum Beispiel Beamer, Laptop, Flipchart, Moderationswände, etc. In Abhängigkeit von den Gegebenheiten beim Bildungsanbieter sollte für Präsenzveranstaltungen eine Pausenversorgung bereitgehalten werden. In Abhängigkeit von den angemeldeten Lernenden sind Zugänge zur Lernplattform einzurichten, es sind ausreichend Materialien bereitzuhalten, also zum Beispiel noch CBT auf CD zu brennen oder Unterlagen zu kopieren oder auszudrucken.
[bearbeiten] Literaturempfehlung
- Deutsches Institut für Fernstudienforschung an der Universität Tübingen (DIFF), Hrsg. 2000: Planung, Entwicklung, Durchführung von Fernstudienangeboten: Eine Handreichung. 2. überarb. Auflage. Tübingen: DIFF
- Es bietet einen umfassenden Überblick über die Planung, Entwicklung und Durchführung speziell von Fernstudienangeboten, ist aber zum großen Teil auch auf die Konzeption anderer Bildungsangebote übertragbar.
[bearbeiten] E-Learning-Angebot durchführen
Im Vorgehensschritt E-Learning-Angebot durchführen finden alle Lehr- und Lernaktivitäten statt. Die Lehrenden agieren je nach Situation und Kontext in unterschiedlicher Art und Weise, um dem Lernenden einen optimalen Erwerb von Wissen und dessen Transfer in den Anwendungskontext zu ermöglichen.
[bearbeiten] Übersicht
| Bezeichnung | V6.2 E-Learning-Angebot durchführen |
| Ziel | Das E-Learning-Angebot ist durchgeführt. |
| Aktivitäten |
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| Artefakte |
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| Ergebnis | |
| Methoden | |
| Rollen | |
| Phase | ROME Durchführung |
| Vorhergehender Vorgehensschritt | Durchführung vorbereiten |
| Nachgehender Vorgehensschritt | E-Learning-Angebot auswerten |
[bearbeiten] Ratgeber
Die Durchführung basiert auf den für das E-Learning-Angebot erarbeiteten Konzepten. Ggf. müssen die Lehrenden Lehr-/Lerninhalte oder Lehr-/Lernformen entsprechend der konkreten Situation anpassen, um den Lernenden einen optimalen Lernerfolg zu ermöglichen. Auch die Unterstützung des Transfers von erworbenem Wissen in den Anwendungskontext der Lernenden muss durch die Lehrenden unterstützt werden. Dazu sollten die Übungen und Beispiele, die vom Lehrenden während der Durchführung verwendet werden, einen Bezug zur Lebenswelt oder Praxis der Lernenden haben oder ermöglichen.
Die Ausgestaltung des E-Learning-Angebotes und die Kommunikation mit den Lernenden sind die wichtigsten Möglichkeiten des Lehrenden zur Unterstützung des Lernprozesses. Jedem Lehrenden muss stets bewusst sein, dass die Lernenden das Wissen nicht einfach aufnehmen, sondern dass sie die angebotenen Informationen aus ihrer eigenen Sicht bewerten und in vorhandene Wissensstrukturen einbauen. Dies bietet zugleich die Möglichkeit, die Lernenden in die Gestaltung von Beispielen und Aufgaben einzubeziehen und so einen vielfältigen Transfer des Wissens zu ermöglichen.
Die Begleitung durch die Lehrenden sollte die Motivation der Lernenden soweit möglich unterstützen, indem zum Beispiel in einem angeleiteten und moderierten Forum interessante Aspekte der und Sichtweisen auf die Lehr-/Lerninhalte diskutiert werden. Auch die Bereitstellung weiterführender oder widersprüchlicher Informationen kann den Lernprozess anregen und unterstützen, indem die Anwendung von Wissen und Kompetenzen in unterschiedlichen Zusammenhängen sichtbar und erfahrbar gemacht wird. Gruppenprozesse – während der Präsenz- oder Online-Phase – werden von den Lehrenden durch Moderation gesteuert. Durch eigenes vorbildhaftes Verhalten und Entwicklung von Verhaltensregeln mit der Gruppe schaffen sie ein von gegenseitiger Wertschätzung und Toleranz geprägtes Lernklima. Alle Lernenden werden ermutigt, mit ihren Beiträgen, Fragen und Kritiken den Lernprozess zu gestalten. Lernschwierigkeiten, Wissenslücken oder Fehler werden als normaler Bestandteil eines Lernweges angesehen. Abwertende oder gar beleidigende Bemerkungen und sexistische Anspielungen werden sanktioniert. Eine Steuerungsfunktion haben die Lehrenden auch, wenn es Minderheiten (etwa aufgrund von Geschlecht, Alter, Herkunft, Religionszugehörigkeit oder Lernvoraussetzungen) in einer Gruppe gibt oder wenn einzelne Personen bzw. Untergruppen die Lerngruppe dominieren.
Die Dokumentation der Lehraktivitäten dient neben der Qualitätssicherung dem Abgleich der durchgeführten mit den geplanten Aktivitäten. Als eine Form der Dokumentation durch den Lehrenden bietet sich das Führen eines Klassenbuchs an. Weiterhin können Lehrende und Lernende den Lernfortschritt gemeinsam dokumentieren, zum Beispiel in Form von Foren, Wikis oder Chat-Protokollen, oder jeder Lernende dokumentiert seinen individuellen Lernfortschritt, zum Beispiel in Form eines Lerntagebuchs. Diese letzte Form der Dokumentation sollte insbesondere bei Vermittlung von Kompetenzen wie Selbststeuerung, Zeitmanagement, etc. Bestandteil von Übungsaufgaben sein. Die individuell dokumentierten Aktivitäten und Reflexionen sollten aber nur nach vorheriger Absprache in die Evaluation des E-Learning-Angebotes einbezogen werden, da es sich hier um sehr persönliche Informationen handeln kann.
Im Anschluss oder bereits während des E-Learning-Angebotes werden unterschiedliche Formen von Lernerfolgskontrollen durchgeführt, zum Beispiel Tests oder Prüfungen. Diese dienen zum einen der Leistungsüberprüfung, zum anderen der Selbstkontrolle durch die Lernenden. Wichtig ist neben der Transparenz des Bewertungsverfahrens insbesondere ein entsprechendes Feedback durch die Lehrenden. Nur aus der Fehleranalyse und einer Bewertung heraus können die Lernenden ihre eigene Leistung einschätzen und verbessern. Zudem kann ein gutes Feedback die Motivation fördern. Die Lehrenden achten bei jeder Leistungsbewertung darauf, dass Vorurteile gegenüber Männern bzw. Frauen, einzelnen Altersgruppen oder Kulturen die Objektivität ihres Urteils nicht beeinträchtigen.
Unabhängig von einer formativen oder summativen Evaluation des E-Learning-Angebotes macht es für Lehrende Sinn, bereits zum Abschluss der Durchführung ein Feedback mit den Lernenden auszutauschen. Das kann in Form eines kurzen Statements erfolgen und dient einer ersten Rückmeldung. Auch die Lernenden haben Anspruch auf ein Feedback von Seiten der Lehrenden. Diesem wiederum zeigt das Feedback sofort Stärken und Schwächen der eigenen Arbeit. Bei länger andauernden E-Learning-Angeboten macht auch ein regelmäßiges kurzes Feedback Sinn, um zum Beispiel die momentane Stimmung oder Zufriedenheit der Lernenden zu erfassen und ggf. mit Veränderungen in den Lehr-/Lerninhalten oder Lehr-/Lernformen zu reagieren.
Der Bildungsanbieter wird während des E-Learning-Angebotes eventuell mit Beschwerden der Lernenden oder Lehrenden konfrontiert. Entsprechend werden geeignete Abläufe zum Beschwerdemanagement benötigt, um trotz auftretender Differenzen höflich, zügig, entgegenkommend und ohne persönliche Betroffenheit agieren zu können.
Der Evaluator führt, ggf. gemeinsam mit dem Bildungsanbieter, die formative bzw. summative Evaluation des E-Learning-Angebotes durch, soweit diese der Mitwirkung durch Lehrende oder Lernende bedarf.
[bearbeiten] Literaturempfehlung
- Brandenburg, Karin (2005): E-Learning im Gender-Kontext - Virtuelle Lernumgebungen als Herausforderung für eine Weiterbildung mit dem Anspruch auf geschlechterparitätische TeilnehmerInnenschaft. Klagenfurt
- Es bietet einen Überblick über den Forschungsstand zu sozialen Rollen im Kontext von E-Learning.
- Cohn, Ruth/ Terfurth, Christina, Hrsg. 2001: Lebendiges Lehren und Lernen. TZI macht Schule. Stuttgart: Klett- Cotta
- Man beschreibt die Methode und Erfahrungen mit der themenzentrierten Interaktion.
- Derichs-Kunstmann, Karin/ Auszra, Susanne/ Müthing, Brigitte (1999): Von der Inszenierung des Geschlechterverhältnisses zur geschlechtergerechten Didaktik. Bielefeld: Kleine Verlag
- Dies ist eine Zusammenfassung empirischer Erhebungen zu geschlechtsbezogenem Verhalten in traditionellen Präsenzveranstaltungen. Das Buch liefert weiterhin Handlungsansätze für eine gendersensitive Didaktik.
- Flechsig, Karl-Heinz (1996): Kleines Handbuch didaktischer Modelle. Eichenzell: Neuland
- Man plädiert für didaktische Vielfalt und bietet einen praxisorientierten Überblick über Lehr-/Lernformen für traditionelle Präsenzveranstaltungen. Diese sind ausführlich erläutert und lassen sich zum Teil für E-Learning-Angebote übertragen.
- Gerbig, Christoph/ Gerbig-Calcagni, Irene (1998): Moderne Didaktik für EDV-Schulungen. Weinheim: Beltz
- Dies beschreibt Methoden insbesondere für den Einsatz in EDV-Seminaren.
- Gudjons, Herbert (2003): Didaktik zum Anfassen. Bad Heilbrunn: Klinkhardt
- Es fokussiert auf didaktische Aspekte des Lehrens und Lernens in Schulen einschließlich der Person des Lehrenden. Weiterhin beschreibt er den Einsatz der themenzentrierten Interaktion.
- Knoll, Jörg (2003): Kurs- und Seminarmethoden. Weinehim: Beltz
- Es bietet einen umfangreichen und praxisorientierten Überblick über gängige Kurs- und Seminarmethoden. Diese sind für Präsenzveranstaltungen geeignet, lassen sich aber zum Teil auch auf Online- und Selbstlernphasen übertragen.
- Lipp, Ulrich/ Will, Hermann (2002): Das große Workshop-Buch.Weinheim: Beltz
- Man stellt vielfältige Methoden für verschiedene Arten von Workshops vor.
[bearbeiten] E-Learning-Angebot auswerten
Im Vorgehensschritt E-Learning-Angebot auswerten werden die Evaluation der Durchführung ausgewertet und ggf. weitere Aspekte des E-Learning-Angebotes evaluiert. Konzepter und Anforderungsmanager bewerten die vorliegenden Testdokumentationen und Evaluationsergebnisse und entwickeln Maßnahmen zur Anpassung oder Überarbeitung des E-Learning-Angebotes, die über den Kontext des Entwicklungsprojektes hinausgehen.
[bearbeiten] Übersicht
| Bezeichnung | V6.3 E-Learning-Angebot auswerten |
| Ziel | Das E-Learning-Angebot ist evaluiert und es wurden Empfehlungen zu seiner Anpassung oder Überarbeitung dokumentiert. |
| Aktivitäten |
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| Voraussetzung | |
| Ergebnis | |
| Methoden | |
| Rollen | |
| Phase | ROME Durchführung |
| Vorhergehender Vorgehensschritt | E-Learning-Angebot durchführen |
| Nachgehender Vorgehensschritt | Phase Durchführung managen und evaluieren |
[bearbeiten] Ratgeber
Die Evaluation des E-Learning-Angebotes wird entsprechend der Evaluationsplanung im Rahmenkonzept durchgeführt. Dabei ist zu beachten, dass die Detailkonzeption, die Umsetzung, die Einführung und die Durchführung des E-Learning-Angebotes die Umsetzung des Evaluationskonzeptes eventuell beeinflussen.
Die Evaluation der Durchführung des E-Learning-Angebotes hinsichtlich Lernerfolg und Zufriedenheit der Lernenden und Lehrenden wurde bereits im vorhergehenden Vorgehensschritt »E-Learning-Angebot durchführen« vorgenommen und ist hier nur noch auszuwerten. In diesem Vorgehensschritt werden ggf. andere beteiligte oder vom E-Learning-Angebot betroffene Personen befragt, um weitere Meinungen zum E-Learning-Angebot einzuholen. Gerade wenn das E-Learning-Angebot erstmalig mit neuen Inhalten, in veränderter Form oder für eine neue Zielgruppe durchgeführt wurde, sollten möglichst viele der beteiligten und betroffenen Personen befragt werden.
Insgesamt liegen nun umfangreiche Ergebnisse zur Evaluation des E-Learning-Angebotes vor:
- Evaluation der Durchführung des E-Learning-Angebotes mit Lernenden und Lehrenden
- Meinungen weiterer beteiligter und betroffener Personen
- Dokumentation der technischen und organisatorischen Einführung des E-Learning-Angebotes
- Ergebnisse der Tests nach Umsetzung des E-Learning-Angebotes
Alle Evaluationsergebnisse sind zu sichten, zueinander in Beziehung zu setzen und es sind Schlussfolgerungen in Bezug auf die Schlüssigkeit des Rahmenkonzeptes, die Handhabbarkeit des E-Learning-Angebotes, die mit dem E-Learning-Angebot zu erzielenden Ergebnisse in Bezug auf die Befriedigung des Bildungsbedarfes, die Qualität der vorliegenden Lehr-/Lernmaterialien etc. zu ziehen. Bei allen Evaluationen, insbesondere bei Befragung von Lernenden, sollten individuelle Merkmale wie zum Beispiel Alter, Geschlecht, kultureller Hintergrund, technische Ausstattung etc. mit erhoben werden. Bei der Auswertung ist auf mögliche signifikante Unterschiede zu achten und es sind Konsequenzen für die Beurteilung des E-Learning-Angebotes abzuleiten.
Aus der Evaluation ergeben sich Maßnahmen zur Anpassung oder Überarbeitung des E-Learning-Angebotes, die über den Kontext des Entwicklungsprojektes hinausgehen. Es sind zum Beispiel Maßnahmen zur Verbesserung der Teilnehmerzufriedenheit oder auch Maßnahmen zur besseren Wirtschaftlichkeit des E-Learning-Angebotes (höhere Preise, eine größere Anzahl von Teilnehmern, Nachnutzung von Lehr-/Lernmaterialien in anderen E-Learning-Angeboten oder anderen Kontexten) denkbar. Diese Maßnahmen sollten strukturiert dokumentiert werden, entweder nach ihrem Auftreten in den einzelnen Phasen des systematischen Entwicklungsprozesses oder nach ihrer Zugehörigkeit zu unterschiedlichen Kategorien (Didaktik, Lehr-/Lerninhalte, Lehr / Lernformen, Lehr-/Lernmaterialien, etc.). Darüber hinaus ist zu überlegen, welche Änderungen wie vorzunehmen sind. Das bedeutet ggf. die Einbeziehung von Fachpersonal, zum Beispiel von Didaktikern für Änderungen im didaktischen Ansatz oder in den Lehr-/Lernformen, von IT-Entwicklern für Änderungen an der technischen Infrastruktur, etc. Ist eine Anpassung oder Überarbeitung des E-Learning-Angebotes bereits absehbar, so sollten auch gleich Verantwortlichkeiten und Bearbeitungsfristen festgelegt werden.
Soll der Bildungsanbieter zertifiziert werden, zum Beispiel nach ISO 9000, ist auch die Dokumentation und Bewertung der Organisation, der Qualitätssicherung und des Umgangs mit Beschwerden erforderlich.
Die Anforderungen an das E-Learning-Angebot werden sich wahrscheinlich schon in der Phase ROME Durchführung und insbesondere nach Ende des Entwicklungsprojektes fortwährend ändern, zum Beispiel durch mehrfache Durchführung in veränderten Kontexten, Weiterentwicklung, Anpassung oder Ergänzung von Lehr-/Lernmaterialien, etc. Es ist deshalb weiterhin über technische Maßnahmen nachzudenken, zum Beispiel kann die Einführung einer Versionsverwaltung oder von Maßnahmen zum Änderungsmanagement sinnvoll sein. Eine ausführliche Dokumentation macht zum einen Änderungen nachvollziehbar, zum anderen ist sie ein Instrument der Qualitätssicherung.
[bearbeiten] Literaturempfehlung
- Bortz, J./ Döring, N. (2003): Forschungsmethoden und Evaluation für Human- und Sozialwissenschaftler. 3. überarb. Aufl. Berlin: Springer
- Es enthält ausführliche Erläuterungen unter anderem zur Vorbereitung und Durchführung von Evaluationen.
- Ehlers, Ulf-Daniel/ Schenkel, Peter. Hrsg. 2005: Bildungscontrolling im E-Learning. Erfolgreiche Strategien und Erfahrungen jenseits des ROI. Berlin: Springer
- Es enthält eine systematische und sehr ausführliche Darstellung von Anwendungsfeldern für verschiedene Evaluationsmethoden im Bereich E-Learning.
[bearbeiten] Phase Durchführung managen und evaluieren
Im Vorgehensschritt Phase Durchführung managen und evaluieren werden Verlauf und Ergebnisse aller Vorgehensschritte der Phase ROME Durchführung überprüft. Projektmanager, Anforderungsmanager und Evaluator berücksichtigen dabei sowohl inhaltliche Aspekte als auch Aspekte des Projektmanagements, des Qualitätsmanagements, des Kommunikationsmanagements und des Änderungsmanagements, um Probleme rechtzeitig zu erkennen und geeignet gegensteuern zu können.
[bearbeiten] Übersicht
| Bezeichnung | V5.4 Phase Durchführung managen und evaluieren |
| Ziel | Verlauf und Ergebnisse aller Vorgehensschritte der Phase »Durchführung« sind überprüft, ggf. wurde nachgesteuert. |
| Aktivitäten |
|
| Voraussetzung | |
| Ergebnis | |
| Methoden |
|
| Rollen | |
| Phase | ROME Durchführung |
| Vorhergehender Vorgehensschritt | E-Learning-Angebot auswerten |
| Nachgehender Vorgehensschritt | - |
[bearbeiten] Ratgeber
Der Vorgehensschritt »Phase ‚Durchführung’ managen und evaluieren« überprüft einerseits Verlauf und Ergebnisse aller Vorgehensschritte der Phase »Durchführung«, andererseits aber auch das gesamte Entwicklungsprojekt in Hinblick auf inhaltliche und formale Aspekte. Es kommt darauf an, das Entwicklungsprojekt zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen und Maßnahmen zur Anpassung und Überarbeitung des E-Learning-Angebotes über das Entwicklungsprojekt hinaus zu dokumentieren.
Die folgenden Fragen berücksichtigen vorwiegend inhaltliche Aspekte:
- Wurde das E-Learning-Angebot entsprechend dem Rahmenkonzept durchgeführt? Sind eventuelle Abweichungen relevant für Maßnahmen über den Kontext des Entwicklungsprojektes hinaus?
- Liegt das E-Learning-Angebot in ausreichend guter Qualität vor? Ist es benutzbar, nachvollziehbar, für die Zielgruppe, den Bildungsbedarf und den Kontext geeignet?
- Konnte der Bildungsbedarf befriedigt werden? Wurden die Bildungsziele erreicht?
- Ist das E-Learning-Angebot evaluiert? Ergeben sich aus der Evaluation Maßnahmen zur Anpassung oder Überarbeitung, die über den Kontext des Entwicklungsprojektes hinaus relevant sind? Sind diese Maßnahmen dokumentiert?
- Wurden die Erwartungen des Auftraggebers erfüllt? Wurden die Erwartungen von beteiligten und betroffenen Personen ausreichend gut erfüllt?
Die folgenden Fragen helfen zu erkennen, inwieweit das Entwicklungsprojekt erfolgreich gemanagt wurde:
- Wurde das Entwicklungsprojekt wirtschaftlich bearbeitet? Waren die zur Verfügung stehenden Projektmittel ausreichend? War das eingesetzte Fachpersonal (ggf. externe Dienstleister) geeignet und ausreichend qualifiziert? War ausreichend Zeit vorhanden? (Projektmanagement)
- Sind alle erhobenen Daten, einschließlich Testergebnissen, Abnahmeprotokollen und sonstigen Informationen ausreichend gut dokumentiert? Sind alle getroffenen Entscheidungen nachvollziehbar? (Qualitätsmanagement)
- Waren alle am Entwicklungsprojekt Beteiligten jederzeit ausreichend informiert? Herrschte Einigkeit über die Vorgehensweise und die zu erreichenden Ziele? Wurden eventuelle Missverständnisse aufgedeckt und ausgeräumt? (Kommunikationsmanagement)
- Wurden eventuelle Änderungswünsche dokumentiert? Wurde bei allen Änderungswünschen entschieden, wie damit zu verfahren ist? (Änderungsmanagement)
Wenn bei Beantwortung dieser Fragen Mängel in Bezug auf den Verlauf oder die Ergebnisse von Vorgehensschritten erkannt werden, kann – wenn möglich und erforderlich – für diese Phase noch nachgearbeitet werden. Abschließend sollten Maßnahmen in Bezug auf Management und Evaluation des Entwicklungsprojektes dokumentiert werden, die für nachfolgende Entwicklungsprojekte relevant sind.
Damit ist das Entwicklungsprojekt abgeschlossen.
[bearbeiten] Literaturempfehlung
- Bortz, J./ Döring, N. (2003): Forschungsmethoden und Evaluation für Human- und Sozialwissenschaftler. 3. überarb. Aufl. Berlin: Springer
- Es enthält ausführliche Erläuterungen unter anderem zur Vorbereitung und Durchführung von Evaluationen.
- Litke, H.-D. (2004): Projektmanagement. 4. überarbeitete und erweiterte Auflage. München: Hanser Wirtschaft Verlag sowie
- Burghardt, M. (2002): Projektmanagement - Standarswerk für Projektbeteiligte. Erlangen: Publicis Corporate Publishing.
- Dies sind Standardwerke, die ausführlich und verständlich in die Grundlagen des Projektmanagements einführen.
[bearbeiten] Ansprechpartner
- Steffen Malo, Dr. Sybille Hambach (Fraunhofer IGD Rostock)
