ROME Analyse
Aus Fachkompetenzen zu E-Learning in Mecklenburg-Vorpommern
ROME Analyse bezeichnet die erste Phase des Vorgehensmodells ROME - Rostocker Modell zur systematischen Entwicklung von E-Learning-Angeboten. Der Entwicklungsprozess wird im Rostocker Modell durch folgende Phasen beschrieben: Phase 1: Analyse, Phase 2: Rahmenkonzept, Phase 3: Detailkonzepte, Phase 4: Umsetzung, Phase 5: Einführung und Phase 6: Durchführung.
Inhaltsverzeichnis |
[bearbeiten] Bildungsbedarf konkretisieren
Im Vorgehensschritt Bildungsbedarf konkretisieren geht es um eine möglichst genaue Beschreibung des Bildungsbedarfes. Dazu befragt der Anforderungsmanager den Auftraggeber (ggf. auch zukünftige Lernende) und erstellt mit ihm gemeinsam eine formlose schriftliche Bedarfsbeschreibung. Diese ist Voraussetzung dafür, das im Verlauf der weiteren Entwicklung die richtigen Entscheidungen zur Ausgestaltung des E-Learning-Angebotes getroffen und die zur Verfügung stehenden Projektmittel (Fachpersonal, Sachmittel und Zeit) effektiv eingesetzt werden.
[bearbeiten] Übersicht
| Bezeichnung | V1.1 Bildungsbedarf konkretisieren |
| Ziel | Der Bildungsbedarf ist ermittelt und beschrieben. |
| Aktivitäten |
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| Eingehende Artefakte |
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| Entstehende Artefakte | |
| Methoden | |
| Rollen | |
| Phase | ROME Analyse |
| Vorhergehender Vorgehensschritt | - |
| Nachgehender Vorgehensschritt | Zielgruppe analysieren |
[bearbeiten] Ratgeber
Im Vorgehensschritt »Bildungsbedarf konkretisieren« wird der aufgetretene oder vermutete Bildungsbedarf detailliert und begründet. Dazu befragt der Anforderungsmanager den Auftraggeber und ggf. auch zukünftige Lernende, also die Personen, bei denen der Bildungsbedarf auftritt oder vermutet wird. Der Anforderungsmanager beschreibt seine Erkenntnisse in einer schriftlichen Bedarfsbeschreibung, die er mit dem Auftraggeber abstimmt. Bei der Bearbeitung des Vorgehensschritts kommen die Methoden Recherche oder Befragung sowie Dokumentation zur Anwendung.
Zur Vorbereitung der Bedarfsanalyse ist es wichtig, zunächst die einfließenden Positionen und Sichtweisen zu formulieren. Das beugt Missverständnissen vor und stellt eine gemeinsame Verständigungsbasis zwischen Anforderungsmanager und Auftraggeber her. Der Anforderungsmanager sollte mit möglichst wenig eigenen Vorstellungen und Vermutungen in die Gespräche gehen, um zu ausreichend vielen und möglichst exakten Informationen über den Bildungsbedarf zu kommen. Welche Untersuchungsverfahren und Fragestellungen auszuwählen sind, hängt stark von den Vorgaben ab. So hat man zum Beispiel bei freien Seminaren kommerzieller Bildungsanbieter keinen Zugang zur Zielgruppe, Kindergartenkinder kann man nicht stundenlang befragen und im schulischen Kontext ergibt sich der Bildungsbedarf zu großen Teilen aus den gesetzlich verankerten Rahmenplänen.
Eine Bedarfsanalyse kann methodisch sehr aufwändig sein und viel Zeit, Fachpersonal und Sachmittel erfordern. Sie kann aber auch im Ergebnis eines kurzen Gespräches mit dem Auftraggeber entstehen. In jedem Fall sollte der Aufwand für die Bedarfsanalyse in einem realistischen Verhältnis zu den zur Verfügung stehenden Projektmitteln stehen. So macht es zum Beispiel wenig Sinn, zur Konkretisierung des Bildungsbedarfes für ein dreistündiges Seminar im Bereich der politischen Bildung eine mehrwöchige Analyse der aktuellen politischen Situation durchzuführen. Umgekehrt sollte eine Bedarfsbeschreibung, die als Grundlage für die Konzeption eines neuen Studienganges dient, mehr als ein Handbeschriebenes Blatt umfassen.
Es ist weiterhin erforderlich, sich im Vorfeld von Gesprächen mit dem Auftraggeber oder mit Vertretern der Zielgruppe genau zu überlegen, welche Informationen benötigt werden und welche Fragen zu beantworten sind. Im Allgemeinen werden bereits hier erste Informationen über die Zielgruppe sowie zum wissenschaftlichen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und institutionellen Kontext gesammelt und dokumentiert, wobei aber die Konkretisierung des Bildungsbedarfs die späteren Vorgehensschritte zur Analyse von Zielgruppe und Kontext noch nicht vorwegnehmen soll.
Bei innovativen E-Learning-Angeboten betritt man Neuland, so dass der Fokus der Analyse und Interpretation der erhobenen Informationen auf den innovativen Anteilen des E-Learning-Angebotes und seinem Modellcharakter liegen sollte.
[bearbeiten] Literaturempfehlung
- Deutsches Institut für Fernstudienforschung an der Universität Tübingen (DIFF), Hrsg. 2000: Planung, Entwicklung, Durchführung von Fernstudienangeboten: Eine Handreichung. 2. überarb. Auflage. Tübingen: DIFF
- Es bietet einen umfassenden Überblick über die Planung, Entwicklung und Durchführung speziell von Fernstudienangeboten, ist aber zum großen Teil auch auf die Konzeption anderer Bildungsangebote übertragbar.
- Grossman, S./ Rittberger, M. (1999): Elektronischer Marktplatz Bildung. Umfeldanalyse und Konzeption. In: Nachrichten für Dokumentation (NfD) 50 (1999) S. 13-23
- Dies beschreibt Umfeldanalyse und Konzeption eines Fachinformationsmarktes Bildung anhand von Experteninterviews.
- Boetel, Christine/ Krekel, Elisabeth M. (2000): Bedarfsanalyse, Nutzenbewertung und Benchmarking: zentrale Elemente des Bildungsxontrollings. Bielefeld: Bertelsmann
- Es ist eine Tagungsdokumentation, die sich zentral mit dem Bildungscontrolling auseinandersetzt, daneben aber auch auf die Analyse von Bildungsbedarfen eingeht.
[bearbeiten] Zielgruppe analysieren
Im Vorgehensschritt Zielgruppe analysieren wird die Zielgruppe des zu entwickelnden E-Learning-Angebotes genauer betrachtet. Dazu erfragt oder recherchiert der Anforderungsmanager die Kenntnisse, Erfahrungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie die individuellen Eigenschaften der Personen, bei denen der Bildungsbedarf aufgetreten ist oder vermutet wird. Die erhobenen Daten werden zu einer Zielgruppenbeschreibung zusammengefasst, die Voraussetzung für Entscheidungen bei der weiteren Entwicklung des E-Learning-Angebotes ist.
[bearbeiten] Übersicht
| Bezeichnung | V1.2 Zielgruppe analysieren |
| Ziel | Die Zielgruppe ist erfasst und beschrieben. |
| Aktivitäten |
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| Eingehende Artefakte |
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| Entstehende Artefakte | |
| Methoden | |
| Rollen |
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| Phase | ROME Analyse |
| Vorhergehender Vorgehensschritt | Bildungsbedarf konkretisieren |
| Nachgehender Vorgehensschritt | Kontext analysieren |
[bearbeiten] Ratgeber
Der Vorgehensschritt »Zielgruppe analysieren« ermittelt die Kenntnisse, Erwartungen, Erfahrungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie die individuellen Eigenschaften von Vertretern der Zielgruppe. Dabei handelt es sich um die Personen, bei denen ein Bildungsbedarf aufgetreten ist oder vermutet wird und für die ein E-Learning-Angebot zur Befriedigung des Bildungsbedarfes entwickelt werden soll. In einigen Fällen sind diese Personen namentlich bekannt und können direkt befragt werden oder man kann zumindest einige ausgewählte Personen als Vertreter der Zielgruppe befragen. In anderen Fällen kann man hingegen nur Vermutungen über die Zielgruppe anstellen.
Bei der Analyse der Zielgruppe kann der Anforderungsmanager prinzipiell folgendermaßen vorgehen:
- Der Auftraggeber oder Vertreter der Zielgruppe werden befragt und die dabei erhobenen Daten werden nachfolgend ausgewertet.
- Es werden Angaben zur Zielgruppe recherchiert und die dabei gewonnenen Erkenntnisse werden nachfolgend dokumentiert.
In beiden Fällen entsteht ein Zielgruppenprofil, das alle ermittelten Informationen enthält. Es kann die folgenden – muss aber nicht in jedem Fall alle der folgenden – Angaben umfassen:
- Alter oder Altersgruppe, zum Beispiel 50+,
- Geschlecht und individuelle Merkmale, zum Beispiel auch Behinderungen mit Einfluss auf die Arbeit am Computer,
- Erwartungen, Interessen und Vorlieben,
- Motivation zur Teilnahme, zum Beispiel
- persönliches Interesse: »Es interessiert mich.«;
- Gruppenzwang: »Alle machen das, also muss ich auch.«;
- Vorgaben des Arbeitgebers: »Meine Chefin/mein Chef hat gesagt, das ist wichtig.«;
- Notwendigkeiten: »Ich brauche das Zertifikat für meine nächste Bewerbung.«,
- Zugang zum Thema, insbesondere wenn zu erwarten ist, das Frauen und Männer einen unterschiedlichen Zugang haben, wie zum Beispiel bei einem an einer Volkshochschule angebotenen Kochkurs,
- thematisches Vorwissen und fachliche Voraussetzungen, zum Beispiel Schulabschluss, Berufsausbildung, akademischer Abschluss, Berufserfahrung, etc.,
- Vorwissen und Einstellungen von Männern und Frauen in Bezug auf digitale Medien und den Umgang mit dem Computer,
- Tätigkeitsbereiche und Funktionen, zum Beispiel Arbeitsaufgaben, ehrenamtliche Tätigkeit, Status etc.,
- bisherige Lernerfahrungen und bevorzugte Lernstile von Männern und Frauen,
- individueller Kontext mit Bezug zum zu entwickelnden E-Learning-Angebot, zum Beispiel verfügbares Zeitbudget, zumutbare Gebühren, familiäre Verpflichtungen, gesundheitliche Einschränkungen, etc.,
- Soziale und weitere Einflussfaktoren.
Es sind nicht in jedem Fall alle Angaben relevant. So muss man zum Beispiel bei einem E-Learning-Angebot für Vorschulkinder nicht nach den fachlichen Voraussetzungen fragen. Es ist aber sehr wohl wichtig, dass Vorschulkinder in der Regel noch nicht lesen können. Bei Schulkindern können soziale Einflussfaktoren eine Rolle spielen und bei sozial benachteiligten Jugendlichen sind bisherige Lernerfahrungen unbedingt zu berücksichtigen.
Der Anforderungsmanager sollte entsprechend der Bedarfsbeschreibung auswählen, welche Daten erhoben werden sollen und diese Auswahl ggf. gemeinsam mit dem Auftraggeber um weitere relevante Daten ergänzen, die in der Aufzählung möglicherweise nicht enthalten sind.
[bearbeiten] Literaturempfehlung
- Bortz, J./ Döring N. (2003): Forschungsmethoden und Evaluation für Human- und Sozialwissenschaftler. 3. überarb. Aufl. Berlin: Springer
- Dies ist ein sehr umfangreiches Lehrbuch und enthält ausführliche Erläuterungen unter anderem zur Vorbereitung und Durchführung von Befragungen sowie zur Auswertung von Erhebungen.
- Arnold, Rolf/ Krämer-Stürzl, Antje/ Siebert, Horst (2001): Dozentenleitfaden: Planung und Unterrichtsvorbereitung in Fortbildung und Erwachsenenbildung. 1. Aufl. Berlin: Cornelsen
- Hier werden die Grundlagen für eine traditionelle Erwachsenenbildung (ohne E-Learning) beschrieben und es enthält ausführliche Darstellungen zu Motivationsfaktoren und zur Zielgruppenorientierung.
- Pusch (e-leo)[1]
- Dies enthält umfangreiche Informationen zur Entwicklung von E-Learning-Angeboten mit vielen Literaturverweisen und Übungen, unter anderem auch Informationen zur Zielgruppenanalyse.
- Tribelhorn (Crashkurs)[2]
- Es bietet ebenfalls viele Informationen, die die Entwicklung von E-Learning-Angeboten betreffen, unter anderem eine sehr konkrete Beschreibung der Zielgruppenanalyse für E-Learning-Angebote.
- Ehlers, Ulf-Daniel/ Schenkel, Peter. Hrsg. 2005: Bildungscontrolling im E-Learning. Erfolgreiche Strategien und Erfahrungen jenseits des ROI. Berlin: Springer
- Es enthält eine systematische und sehr ausführliche Darstellung von Anwendungsfeldern für verschiedene Evaluationsmethoden im Bereich E-Learning, unter anderem auch für die Zielgruppenanalyse.
[bearbeiten] Kontext analysieren
Im Vorgehensschritt Kontext analysieren wird das Umfeld von Bildungsbedarf und Zielgruppe genauer betrachtet. Dazu erfragt oder recherchiert der Anforderungsmanager relevante Rahmenbedingungen für den Bildungsbedarf und das zu entwickelnde E-Learning-Angebot. Zudem werden alle Personen berücksichtigt, die Interesse am oder Einfluss auf den Bildungsbedarf oder das E-Learning-Angebot haben. Die erhobenen Daten werden zu einer Kontextbeschreibung zusammengefasst, die Voraussetzung für Entscheidungen bei der weiteren Entwicklung des E-Learning-Angebotes ist.
[bearbeiten] Übersicht
| Bezeichnung | V1.3 Kontext analysieren |
| Ziel | Der Kontext des zu entwickelnden E-Learning-Angebotes ist erfasst und beschrieben. |
| Aktivitäten |
(Prüfungsordnungen, relevante Gesetze oder Verordnungen, etc.)
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| Eingehende Artefakte |
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| Entstehende Artefakte | |
| Methoden | |
| Rollen |
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| Phase | ROME Analyse |
| Vorhergehender Vorgehensschritt | Zielgruppe analysieren |
| Nachgehender Vorgehensschritt | Phase ‚Analyse’ managen und evaluieren |
[bearbeiten] Ratgeber
Der Vorgehensschritt »Kontext analysieren« betrachtet das Umfeld des Bildungsbedarfes und ermittelt externe Einflüsse, die auf das zu entwickelnde E-Learning-Angebot einwirken. Dazu können rechtliche, wirtschaftliche, soziale, bildungspolitische und bildungsspezifische, organisatorische und institutionelle Rahmenbedingungen sowie Trends gehören. Weiterhin werden Personen im Umfeld des Bildungsbedarfes und der Zielgruppe betrachtet und es wird ermittelt, welches Interesse am und welchen Einfluss auf den Bildungsbedarf oder das zu entwickelnde E-Learning-Angebot sie haben.
Bei der Analyse des Kontextes kann der Anforderungsmanager prinzipiell folgendermaßen vorgehen:
- Der Auftraggeber oder Vertreter der Zielgruppe oder auch der Bildungsanbieter werden befragt und die dabei erhobenen Daten werden nachfolgend ausgewertet. Neben einer Befragung können auch eine Begehung der Örtlichkeiten oder die Sichtung von Informationsmaterial Aussagen über die organisatorischen Rahmenbedingungen geben.
- Es werden Angaben zum Kontext recherchiert und die dabei gewonnenen Erkenntnisse werden nachfolgend dokumentiert.
In beiden Fällen entsteht eine Kontextbeschreibung, die alle ermittelten Informationen enthält. Sie kann die folgenden – muss aber nicht in jedem Fall alle der folgenden – Faktoren enthalten:
- Externe Einflüsse auf den Bildungsbedarf oder das zu entwickelnde E-Learning-Angebot einschließlich
- rechtliche Rahmenbedingungen, zum Beispiel Gesetze, Verordnungen, Normen, etc.,
- wirtschaftliche Rahmenbedingungen, zum Beispiel Marktvolumina,
- soziale Rahmenbedingungen,
- bildungspolitische und bildungsspezifische Rahmenbedingungen, zum Beispiel gesetzlich verankerte Bildungspläne, Prüfungsordnungen, eine erforderliche Zertifizierung des zu entwickelnden E-Learning-Angebotes etc.,
- organisatorische Rahmenbedingungen beim Bildungsanbieter, wie zum Beispiel die räumliche und technische Ausstattung, personelle Ressourcen, Verfügbarkeit von Lernzeiten und Lernmitteln, etc.,
- institutionelle Rahmenbedingungen in der Einrichtung oder Organisation in der der Bildungsbedarf auftritt, wie zum Beispiel die vorhandene Lern- und Unternehmenskultur, die Organisationsstruktur, der Stellenwert von Bildung, die Möglichkeiten für Freistellungen oder Bildungsurlaub, etc.,
- Trends, zum Beispiel Bildungstrends, bildungspolitische Trends, Marktrends, Life Style, etc.
- betroffene und beteiligte Personen, jeweils mit ihren individuellen Erwartungen, ihrem Interesse am und ihrem Einfluss auf den Bildungsbedarf oder das zu entwickelnde E-Learning-Angebot.
Alle diese Faktoren können die Erfolgsaussichten und die Wirtschaftlichkeit des Entwicklungsprojektes positiv oder negativ beeinflussen. Es lohnt sich deshalb, alle möglicherweise relevanten Rahmenbedingungen und alle beteiligten oder betroffenen Personen zu identifizieren und über ihren Einfluss auf den Bildungsbedarf oder das zu entwickelnde E-Learning-Angebot genau nachzudenken.
[bearbeiten] Literaturempfehlung
- Niegemann, H. M./ Hessel, S./ Hochscheid-Mauel, D./ Aslanski, K./ Deimann, M./ Kreuzberger, G. (2004): Kompendium E-Learning. Berlin: Springer
- Man bietet einen umfassenden Überblick über verschiedene Aspekte und das Umfeld der Entwicklung von E-Learning-Angeboten.
- Koller, Walter u.a. (2001): Kulturelle und personelle Bedingungen für E-Learning vor Ort klären. In: Hohenstein, Andreas/ Wilbers, Karls (Hrsg.): Handbuch E-Learning. Köln: Deutscher Wirtschaftsdienst. Kap. 4.9.
- Es beschäftigt sich mit der Unternehmenskultur und mit personellen Bedingungen beim Einsatz von E-Learning.
- Pusch (e-leo)[3]
- Dies enthält umfangreiche Informationen zur Entwicklung von E-Learning-Angeboten mit vielen Literaturverweisen und Übungen, unter anderem Informationen zur Kontextanalyse.
[bearbeiten] Phase ‚Analyse’ managen und evaluieren
Im Vorgehensschritt Phase ‚Analyse’ managen und evaluieren werden Verlauf und Ergebnisse aller Vorgehensschritte der Phase »Analyse« überprüft. Projektmanager, Anforderungsmanager und Evaluator berücksichtigen dabei sowohl inhaltliche Aspekte als auch Aspekte des Projektmanagements, des Qualitätsmanagements, des Kommunikations¬managements und des Änderungsmanagements, um Probleme rechtzeitig zu erkennen und geeignet gegensteuern zu können.
[bearbeiten] Übersicht
| Bezeichnung | V1.4 Phase ‚Analyse’ managen und evaluieren |
| Ziel | Verlauf und Ergebnisse aller Vorgehensschritte der Phase »Analyse« sind überprüft, ggf. wurde nachgesteuert. |
| Aktivitäten |
(Kommunikationsmanagement)
(Änderungsmanagement)
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| Eingehende Artefakte | |
| Entstehende Artefakte | |
| Methoden |
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| Rollen | |
| Phase | ROME Analyse |
| Vorhergehender Vorgehensschritt | Kontext analysieren |
| Nachgehender Vorgehensschritt | - |
[bearbeiten] Ratgeber
Der Vorgehensschritt »Phase ‚Analyse’ managen und evaluieren« überprüft Verlauf und Ergebnisse aller Vorgehensschritte der Phase »Analyse« sowohl in Hinsicht auf inhaltliche als auch in Hinsicht auf formale Aspekte. Dabei soll in erster Linie ermittelt werden, ob das begonnene Entwicklungsprojekt fortgesetzt werden kann oder ob es besser ist, dass Entwicklungsprojekt aufgrund von in der Phase »Analyse« erlangten Erkenntnissen abzubrechen.
Die folgenden Fragen berücksichtigen vorwiegend inhaltliche Aspekte:
- Ist der Bildungsbedarf ausreichend gut bekannt?
- Konnten ausreichend Informationen über die Zielgruppe und den Kontext des zu entwickelnden E-Learning-Angebotes ermittelt werden?
- Kann der Bildungsbedarf für die ermittelte Zielgruppe im ermittelten Kontext mit Hilfe eines E-Learning-Angebotes befriedigt werden?
- Sind die Erwartungen des Auftraggebers ausreichend gut bekannt und können sie erfüllt werden?
- Können die Erwartungen aller beteiligten und betroffenen Personen ausreichend gut erfüllt werden?
Die folgenden Fragen helfen zu erkennen, inwieweit beim Management des Entwicklungsprojektes nachgesteuert werden muss:
- Kann das Entwicklungsprojekt wirtschaftlich bearbeitet werden? Stehen ausreichend Projektmittel zur Verfügung? Kann auf qualifiziertes Fachpersonal zurückgegriffen werden? Ist ausreichend Zeit vorhanden? (Projektmanagement)
- Sind alle erhobenen Daten ausreichend gut dokumentiert? Sind alle getroffenen Entscheidungen nachvollziehbar? (Qualitätsmanagement)
- Sind alle am Entwicklungsprojekt Beteiligten ausreichend informiert? Herrscht Einigkeit über die Vorgehensweise und die zu erreichenden Ziele? Wurden eventuelle Missverständnisse aufgedeckt und ausgeräumt? (Kommunikationsmanagement)
- Wurden eventuelle Änderungswünsche dokumentiert? Wurde bereits entschieden, wie mit dem Änderungswunsch zu verfahren ist oder wann eine Entscheidung darüber getroffen werden kann? (Änderungsmanagement)
Wenn bei Beantwortung dieser Fragen Mängel in Bezug auf den Verlauf oder die Ergebnisse von Vorgehensschritten erkannt werden, kann – wenn möglich und erforderlich – für diese Phase noch nachgearbeitet werden. In jedem Fall können aber für die folgenden Phasen Maßnahmen ergriffen werden, um das Entwicklungsprojekt effizienter zu gestalten und qualitativ bessere Ergebnisse zu erhalten.
Zum Schluss sollten Projektmanager, Anforderungsmanager und Auftraggeber gemeinsam abwägen, ob die weitere Bearbeitung des Entwicklungsprojektes sinnvoll ist. Ist bereits jetzt erkennbar, dass der Bildungsbedarf mit Hilfe eines E-Learning-Angebotes nicht befriedigt werden kann oder dass die zur Verfügung stehenden Projektmittel nicht ausreichen, so sollte das Entwicklungsprojekt abgebrochen werden.
[bearbeiten] Literaturempfehlung
- Bortz, J./ Döring, N. (2003): Forschungsmethoden und Evaluation für Human- und Sozialwissenschaftler. 3. überarb. Aufl. Berlin: Springer
- Es enthält ausführliche Erläuterungen unter anderem zur Vorbereitung und Durchführung von Evaluationen.
- Litke, H.-D. (2004): Projektmanagement. 4. überarbeitete und erweiterte Auflage. München: Hanser Wirtschaft Verlag sowie
- Burghardt, M. (2002): Projektmanagement - Standarswerk für Projektbeteiligte. Erlangen: Publicis Corporate Publishing.
- Dies sind Standardwerke, die ausführlich und verständlich in die Grundlagen des Projektmanagements einführen.
[bearbeiten] Ansprechpartner
- Dr. Sybille Hambach, Steffen Malo, Maria Süß (Fraunhofer IGD Rostock)
