Methodensammlung
Aus Fachkompetenzen zu E-Learning in Mecklenburg-Vorpommern
Die Methodensammlung erfasst die bei der systematischen Entwicklung von E-Learning-Angeboten (ROME) verwendeten Methoden, wobei diese durch eine kurze Beschreibung und Verweise auf weiterführende Literatur spezifiziert sind. So wird zum Beispiel klar, was mit den Begriffen Mindmapping, Recherche oder Dokumentation genau gemeint ist.
Bei Beschreibung der Vorgehensweise zur Entwicklung von E-Learning-Angeboten im dritten Kapitel in diesem Buch wurden nachstehende Methoden verwendet:
Inhaltsverzeichnis |
[bearbeiten] Kreativitätsmethoden
Kreativitätsmethoden dienen der gezielten Ideenfindung zur Lösung eines bestimmten Problems zu einem bestimmten Zeitpunkt. Dabei versuchen verschiedene Kreativitätsmethoden auf unterschiedliche Weise, neue Lösungswege zu entwickeln. Entsprechend lassen sich die Methoden einteilen in intuitive Methoden, diskursive Methoden und kombinierte Ansätze.
[bearbeiten] Brainstorming
Brainstorming ist eine Kreativitätsmethode, deren Ziel es ist, neue Ideen oder Lösungsansätze zu einem vorgegebenen Thema zu finden. Dabei ist zu beachten, dass Brainstorming keine fertigen Lösungen liefern kann. Es werden lediglich Ideen gesammelt, die nach dem Brainstorming geprüft und dann ggf. weiterentwickelt werden. Beim Brainstorming werden in einem begrenzten Zeitraum alle – auch noch so verrückte – Ideen gesammelt, die zur Lösung eines bestehenden Problems beitragen könnten. Dabei ist zu diesem Zeitpunkt eine Bewertung oder Kritik vorgeschlagener Lösungsideen streng verboten. In einem weiteren Schritt können die vorgeschlagenen Lösungsideen mit denselben oder anderen Teilnehmenden auf Tauglichkeit und Realisierungspotenzial geprüft werden.
[bearbeiten] Mindmapping
Mindmapping dient der graphischen Darstellung von Beziehungen zwischen verschiedenen Begriffen. Daher sind Mindmaps geeignet zum Aufzeichnen von thematischen Zusammenhängen und zeitlichen Abfolgen oder zum Sammeln von Problemen, Ideen und Informationen. Das zentrale Thema wird – während der Erarbeitung und visuell – in die Mitte der Betrachtungen gestellt, in seine Bestandteile zerlegt und von verschiedenen Seiten analysiert.
[bearbeiten] Literaturempfehlung
- Wikipedia: Enzyklopädie[1]
- gibt unter dem Begriff Kreativitätstechnik einen Überblick über verschiedene Methoden und Ansätze zur kreativen Ideenfindung und bietet weiterführende Links.
- Peters Henning/ Helbig, Peter:Toolbox [2]
- stellt verschiedene Methodenbeschreibungen zum Download bereit, die unter anderem für die Bereiche Analyse, Kreativität und Entscheidung geeignet sind.
- Backera, Hendrik u.a. (2002): Kreativitätstechniken. München: Hanser Fachbuch Verlag
- stellt Kreativitätsmethoden vor und gibt Tipps zu deren Anwendung.
- Scholles, Frank: Planungsmethoden[3]
- beschreibt einige Kreativitätsmethoden vor dem Hintergrund der Umweltplanung.
- Zmija Brainstorming
- stellt kurz und prägnant die Methode Brainstorming vor.
- Zmija Mindmapping [4]
- stellt die Methode Mindmapping einschließlich Anwendungsbereichen vor.
- Schnetzler, Nadja (2005): Die Ideenmaschine: Methode statt Geistesblitz. Weinheim: Wiley-VCH
- beschreibt Methoden zur Ideenfindung ergänzt mit vielen praktischen Beispielen.
- Rehn-Göstenmeier, Gudrun (2006): Das Einsteigerseminar Mindmapping mit Mindjet-MindManager 6. Bonn: bhv
- stellt anhand von praktischen Beispielen die Methode Mindmapping und deren Erstellung mit dem Programm MindManager vor.
- Wycoff, Joyce (1993): Gedanken-Striche. Auf neue Gedanken kommen, Probleme lösen mit Mindmapping. VAK
- beschreibt die Methode Mindmapping und ihren Einsatz in verschiedenen Anwendungsgebieten.
[bearbeiten] Evaluationsmethoden
Evaluationsmethoden sind Methoden zur Erhebung, Auswertung und Dokumentation von Prozessen, Produkten und Organisationen, wobei für die einzelnen Bereiche jeweils unterschiedliche Methoden entwickelt wurden. Neben aktiven Methoden zur Datenerhebung wie zum Beispiel Befragungen, sind auch passive Methoden zur Datenerhebung wie zum Beispiel Beobachtung oder Datenspeicherung (Logfiles) einsetzbar. Die Auswertung der erhobenen Daten erfolgt immer unter dem Fokus der Evaluationsmaßnahme und beinhaltet eine Interpretation der Daten.
[bearbeiten] Befragung
Die Befragung ist eine empirische Erhebungsmethode, bei der es um die Erfassung bzw. Erarbeitung von Daten geht. Dabei werden Personen durch gezielte verbale Reize (Fragen) oder visuelle Reize (Bilder) zu Äußerungen über den Gegenstand der Befragung veranlasst. Bei einer Befragung durch einen oder mehrere Fragesteller (so genannte Interviewer) werden Sachverhalte oder persönliche Informationen ermittelt. Befragungen können sowohl in mündlicher Form (Gespräch, Telefonat) als auch in schriftlicher Form (gedruckte oder Online-Fragebögen) durchgeführt werden.
[bearbeiten] Dokumentenanalyse
Die Dokumentenanalyse ist ebenfalls eine empirische Erhebungsmethode, bei der es um die Erfassung bzw. Erarbeitung von Daten geht. Allgemein meint Analyse die Zergliederung eines Ganzen in seine Teile und zugleich die Untersuchung eines Sachverhalts unter Berücksichtigung seiner Teilaspekte. Bei der Dokumentenanalyse werden bereits vorliegende schriftliche Dokumente, zum Beispiel Berichte, Dokumentationen, E-Mails, etc., auf eine Fragestellung hin analysiert. Entscheidend sind hier vor allem die Auswahl der Dokumente und die Suchstrategie (zum Beispiel Schlagwörter, Autoren, Lösungsansätze für ein bestimmtes Problem).
[bearbeiten] Auswertung
Die Auswertung bezeichnet die Analyse der erhobenen Daten und die Bereitstellung statistischer Ergebnisse. Die Daten werden anonymisiert verarbeitet, so dass kein Rückschluss auf die an der Datenerhebung Telnehmenden möglich ist. Die Ergebnisse werden durch geeignete Darstellungsverfahren visualisiert und erleichtern so eine Interpretation der Daten. Zumeist beginnt eine Auswertung mit der Erstellung von Tabellen oder anderen Graphiken. Hinzu kommt die Überprüfung der Hypothesen mit Hilfe statistischer Methoden oder die Formulierung und Berechnung von mathematisch-statistischen Modellen.
[bearbeiten] Dokumentation
Dokumentation bezeichnet ganz allgemein die geordnete Beschreibung von Sachverhalten. Die Dokumentation dient dazu, Untersuchungen anschaulich, nachvollziehbar und vollständig darzustellen. Dabei werden das Problem selbst, die zur Problemlösung verwendeten Methoden, der Verlauf des Problemlösungsprozesses und sein Ergebnis für den Leser aufgeschlüsselt und im Zusammenhang erläutert.
[bearbeiten] Literaturempfehlung
- Bortz, J./ Döring, N. (2003): Forschungsmethoden und Evaluation für Human- und Sozialwissenschaftler. 3. überarb. Aufl. Berlin: Springer
- Es enthält ausführliche Erläuterungen unter anderem zur Vorbereitung und Durchführung von Evaluationen.
- Fröbelschule Halle (2003): Die Methode der Dokumentationsanalyse als Evaluationsinstrument. In: Interne und externe Evaluation von Schulprogrammarbeit: Prozesse und Erfahrungen aus dem Modellversuch KES. Halle (Saale):LISA, S. 61-66 [5]
- beschreibt den Einsatz der Methode Dokumentenanalyse als Evaluationsinstrument im schulischen Kontext.
- Lück, Kerstin (2006): Evaluationsmethoden der Bildungsforschung. Ludwigsfelde
- beschreibt den Einsatz von Evaluationsmethoden im Bildungsbereich.
[bearbeiten] Projektmanagementmethoden
Das Management eines Projektes ist hochkomplex und erfordert Kompetenzen in verschiedenen Bereichen wie zum Beispiel Qualitätssicherung, Mitarbeiterführung, Kommunikation, Betriebswirtschaft/ Controlling, etc. Die Methoden zum Projektmanagement dienen der systematischen Bearbeitung eines Projektes und müssen deshalb sowohl die verschiedenen Phasen des Projektes wie auch die unterschiedlichen Tätigkeitsbereiche unterstützen. Die Berücksichtigung der folgenden Aspekte ist dabei besonders wichtig:
- Koordination der verschiedenen Teile eines Projektes und der Projektmitarbeiter
- Teamentwicklung und kompetenzorientierte Besetzung von Rollen
- Erreichung der Projektziele im vorgegebenen Rahmen, ggf. Berücksichtigung von Änderungen der Zielstellung und der Vorgehensweise
- Einhaltung von Zeit- und Kostenplänen
- Management der Kommunikation zwischen allen am Projekt beteiligten Personen, einschließlich externen Dienstleistern
- projektspezifisches Qualitätsmanagement
- projektspezifisches Risikomanagement (Analyse, präventive Maßnahmen und Notfallmaßnahmen)
Für eine Darstellung einzelner Projektmanagementmethoden wird auf die angegebene Literatur oder andere verfügbare Quellen verwiesen.
[bearbeiten] Literaturempfehlung
- Wikipedia: Enzyklopädie[6]
- gibt unter dem Begriff Kreativitätstechnik einen Überblick über verschiedene Methoden und Ansätze zur kreativen Ideenfindung und bietet weiterführende Links.
- PPM (Projektmanagement)
- bietet als Webpräsenz des deutschen Fachverbandes für Projektmanagement einen Überblick und weitere Ressourcen zum Thema.
- Berleb, Petra: Projektmagazin [7]
- ist eine elektronische, zum Teil kostenpflichtige Zeitung für Projektmanagement und bietet neben Artikeln auch Checklisten und kleine Werkzeuge an.
- Burghardt, Manfred (2002): Einführung in Projektmanagement. Weinheim: Wiley-VCH
- bietet eine übersichtliche und praxisorientierte Einführung in Methoden und Ansätze modernen Projektmanagements.
- Schelle, Hein (2004): Projekte zum Erfolg führen. DTV
- ist ein preiswertes Buch über die Grundlagen des Projektmanagements.
[bearbeiten] Methoden zur Informationssuche
Bei der gezielten Suche nach Informationen zu einem bestimmten Thema wählt der Suchende die Suchkriterien, die Informationsquellen und die Verfahrensweise aus, mit der er die Informationen suchen will. Für eine effektive Suche sind damit sowohl die Kenntnis möglichst mehrerer Quellen als auch verschiedene Suchstrategien notwendig. Eine kritische Beurteilung der Qualität der Quellen muss in die Bewertung der gefundenen Informationen mit eingehen.
[bearbeiten] Recherche
Recherche ist die gezielte Suche nach bestimmten Informationen und somit ein Verfahren zur Beschaffung und Beurteilung von Informationen. Die Literaturrecherche zum Beispiel dient der Suche nach thematisch relevanten Veröffentlichungen. Zur Recherche benötigt man neben einer Suchstrategie auch Schlagwörter (Suchwörter) und geeignete Quellen. Der Suchende sollte für alternative Quellen, Schlagwörter und Suchstrategien offen sein sowie ein Verständnis für die verwendete Suchtechnologie mitbringen, da mit den verfügbaren Technologien relevante Informationen möglicherweise nur unzureichend gefunden werden.
[bearbeiten] Literaturempfehlung
- Unz, Dagmar (2000): Lernen mit Hypertext: Informationssuche und Navigation. Waxmann
- gibt einen Überblick über den Forschungsstand zum Einsatz von Hypertext in Lernszenarien.
- Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie: Informationssuche[8]
- gibt Tipps für die Informationsrecherche im Internet.
- Stock, Mechthild/ Stock, Wolfgang (2003): Recherchieren im Internet. Expert Verlag
- beschreibt beispielorientiert die Funktionsweise von Suchmaschinen und erfolgreiche Suchstrategien.
- Wikipedia: Enzyklopädie[9]
- bietet viele Formen der Recherche.
[bearbeiten] Methoden zur Wissensvermittlung
Alle Methoden, Wissen an andere Personen gezielt weiterzugeben, werden unter dem Begriff Wissensvermittlung zusammengefasst. Das schließt den Bereich des informellen Lernens aus, da dort das Lernen nebenbei und nicht zielorientiert geschieht. Die folgenden Methoden beziehen sich somit auf organisierte Lehr-/ Lernprozesse wie zum Beispiel den schulischen Unterricht, die Berufsausbildung, die berufsbegleitende Weiterbildung, etc. Sie erfordern einen Lehrenden bzw. eine materielle Repräsentation des zu vermittelnden Wissens wie zum Beispiel ein Lehrbuch, eine Powerpoint-Präsentation, die Aufzeichnung eines Vortrags oder ein E-Learning-Material. Bei der diskursiven Vermittlung von Wissen sind entsprechende Methoden unter Einbeziehung von Gruppen und Kommunikation zu nutzen. Die Strukturierung, Sequenzierung und ggf. Modularisierung des zu vermittelnden Wissens haben ebenfalls einen großen Einfluss auf die Effektivität der für die Wissensvermittlung notwendigen Lernprozesse auf Seiten der Lernenden.
[bearbeiten] Workshop
Ein Workshop ist eine moderierte Veranstaltung, bei der sich eine kleine Gruppe von Fachleuten praxisorientiert mit einem Thema auseinandersetzt. Workshops dienen vorwiegend der Wissenserarbeitung und dem Erfahrungsaustausch. Ziel eines Workshops kann es aber auch sein, Neues zu schaffen oder den Teilnehmenden Anregungen für weitere Entwicklungen mitzugeben.
[bearbeiten] Präsentation
Die Präsentation dient allgemein der Darstellung von Informationen. Dies kann in schriftlicher Form, zum Beispiel als Poster oder Informationsblatt, oder in mündlicher Form, zum Beispiel als Vortrag oder Verkaufsgespräch, geschehen. Dabei hat jede Präsentationsform eine spezifische Funktion und eine eigene Struktur. Die Präsentation benötigt in jedem Fall eine sorgfältige Vorbereitung.
[bearbeiten] Strukturierung
Die Strukturierung ausgewählter Informationen erfolgt durch Festlegung einer Abfolge (Sequenz) oder von Zusammenhängen (Netz) zwischen einzelnen Informationsbausteinen:
- Die Sequenzierung der Inhalte kann nach verschiedenen Kriterien geschehen, zum Beispiel orientiert an zeitlichen Abfolgen oder räumlichen Ordnungen, nach der logischen Struktur (deduktiv oder induktiv), orientiert an der Lösung von Problemen oder den Voraussetzungen des Lernenden. Die genannten Kriterien sind auch kombinierbar bzw. ergänzen sich.
- Auch für eine netzartige Strukturierung von Inhalten gibt es unterschiedliche Herangehensweisen, zum Beispiel als Mindmap mit einem zentral angeordneten Leitgedanken (siehe auch Mindmapping), oder als Netz gleichberechtigt nebeneinander stehender Module, zum Beispiel als Wissenslandkarte oder Hypertext.
Ein weiterer Aspekt der Wissensstrukturierung zum Zwecke des Lernens ist der Transfer des zu vermittelnden Wissens in den Lernkontext. Dabei wird das zu vermittelnde Wissen aus seinem ursprünglichen Kontext entfernt (De-Kontextualisierung) und in den Kontext eingepasst, in welchem es vermittelt werden soll (Re-Kontextualisierung). So könnten zum Beispiel ein Text und ein Versuchsaufbau zu den Aggregatzuständen von Wasser aus dem fachwissenschaftlichen Kontext entfernt und in den Lehr-/ Lernkontext einer schulischen Projektwoche eingepasst werden.
[bearbeiten] Modularisierung
Durch die Modularisierung werden Informationen so geordnet und zusammengefasst, dass sie sich in einzelnen Einheiten (Modulen) darstellen lassen. Diese sind inhaltlich eigenständig und abgeschlossen. Die Modularisierung von Lerninhalten erleichtert die selbstbestimmte Nutzung durch die Lernenden sowie einen flexiblen Einsatz in verschiedenen Kontexten. Ein E-Learning-Angebot lässt sich dann bedarfsorientiert aus mehreren Modulen zusammenstellen. Wichtig ist eine angemessene Beschreibung der Module mit Metadaten, zum Beispiel Zielgruppe, Inhalt, zeitlicher Umfang, zu verwendende Lehr-/Lernmethoden, enthaltene Lehr-/Lernmedien, etc.
[bearbeiten] Literaturempfehlung
- Uckan, Alp (2001): Wissensvermittlung[10]
- beschäftigt sich grundlegend mit den Themen Wissensvermittlung und Wissenserwerb.
- Landwehr, Norbert (2001): Neue Wege der Wissensvermittlung: eon praxisorientiertes Handbuch für Lehrpersonen in schulischer und beruflicher Aus- und Fortbildung. Sauerländer
- ist ein Handbuch für Lehrende in der schulischen und beruflichen Aus- und Weiterbildung.
- Wikipedia: Enzyklopädie[11]
- enthält Texte zu den Begriffen Workshop, Präsentation, etc.
- Lipp, Ulrich/ Will, Hermann (2002): Das große Workshop-Buch.Weinheim: Beltz
- Man stellt vielfältige Methoden für verschiedene Arten von Workshops vor.
- Hartmann, Martin/ Nietmann, Horst/ Funk, Rüdiger (2003): Präsentieren. Weinheim: Beltz
- ist eine übersichtliche und praxisorientierte Hilfe für die Vorbereitung und Durchführung von Präsentationen.
- Stangl, Werner:Präsentieren [12]
- beschreibt systematisch das Vorgehen bei verschiedenen mündlichen wie schriftlichen Präsentationsformen.
- Egle, Gert:Präsentieren [13]
- gibt einen strukturierten Überblick über verschiedene Präsentationsformen.
- Niegemann, H. M./ Hesser, S./ Hochscheid-Mauel, D./ Aslanski, K./ Deimann, M./ Kreuzberger, G. 2004: Kompendium E-Learning. Berlin: Springer
- beschäftigt sich in Kapitel 6 mit der Strukturierung und Modularisierung von Wissen.
- Kapitel 3.2 von Deutsches Institut für Fernstudienforschung an der Universität Tübingen (DIFF), Hrsg. 2000: Planung, Entwicklung, Durchführung von Fernstudienangeboten: Eine Handreichung. 2. überarb. Auflage. Tübingen: DIFF
- setzt sich unter dem Blickwinkel Curriculum mit der Auswahl und Strukturierung von Inhalten auseinander.
- In einer Präsentation von Projektergebnissen stellt Klimsa, Paul Aspekte der Modularisierung von Lerninhalten im E-Learning vor. [14]
[bearbeiten] Unterrichtsmethoden
Für die Wissensvermittlung in Organisationen und Institutionen wie zum Beispiel Schulen, Hochschulen, Unternehmen, in der Weiterbildung, etc. wurde eine Vielzahl verschiedener Methoden entwickelt. Diese lassen sich unterschiedlich kategorisieren, zum Beispiel nach:
- der Größe der Lerngruppe,
- den Aktivitäten und Rollen von Lernenden und Lehrenden,
- der verfügbaren Zeit,
- ihrer Eignung für bestimmte Lerninhalte,
- ihrer Eignung für bestimmte Phasen des E-Learning-Angebotes, etc.
Im Folgenden werden einige Methoden für die einzelnen Phasen von Präsenzveranstaltungen, speziell in der Weiterbildung exemplarisch vorgestellt. Für die anderen Phasen von E-Learning-Angeboten (Online-Phasen, Selbstlernphasen) sind weitere Methoden verfügbar (siehe Literaturempfehlung).
[bearbeiten] Anfang und Einstieg
Methoden zum Einstieg dienen einerseits dem Kennenlernen des Lehrenden und der Lernenden untereinander und andererseits der Einführung in das E-Learning-Angebot oder die gerade stattfindende Veranstaltung:
- Partnerinterview
- Beim Partnerinterview werden durch den Lehrenden Fragen vorgegeben, zum Beispiel: Wer bin ich? Weshalb bin ich heute hier? Was hätte ich sonst gemacht? Jeweils zwei Lernende interviewen sich zu diesen Fragen gegenseitig einige Minuten lang. In einem zweiten Schritt können die Lernenden ihren jeweiligen Partner der Gruppe vorstellen. Durch diese unkomplizierte Form des Kennenlernens werden die Lernenden schneller in die Gruppe einbezogen und fühlen sich auch eher zugehörig und entsprechend wohl.
- Erwartungsinventar
- Das Erwartungsinventar erfasst die Erwartungen der Lernenden an das E-Learning-Angebot und bleibt während der Veranstaltung bzw. während des gesamten E-Learning-Angebotes sichtbar, zum Beispiel am Flipchart oder auf der Lernplattform, um so die Erwartungen für Lernende und Lehrende transparent zu machen. Man kann sowohl die Lernenden paarweise ihre Erwartungen notieren und diskutieren lassen oder, zum Beispiel bei kürzeren Veranstaltungen, als Lehrender die Erwartungen der Lernenden erfragen und sofort schriftlich dokumentieren. Zu beachten ist, dass die Frage nach den Erwartungen der Lernenden immer impliziert, dass diese durch das E-Learning-Angebot bzw. die Präsenzveranstaltung auch erfüllt werden. Sinnvoll ist weiterhin ein abschließender (subjektiver) Vergleich der Erwartungen mit den erzielten Ergebnissen durch die Lernenden selbst.
[bearbeiten] Erschließung von Inhalten
Zur Wissensvermittlung und zur Erschließung von Lehr-/Lerninhalten durch die Lernenden sind je nach Gruppengröße und geplanter Aktivität der Lernenden verschiedene Methoden geeignet:
- Kleingruppenarbeit
- Bei der Kleingruppenarbeit erarbeiten kleine Gruppen von drei bis fünf Lernenden die Lösung für eine gestellte Aufgabe. Dabei ist je nach Anforderungen die gezielte Aufteilung der erforderlichen Kompetenzen auf die verschiedenen Kleingruppen sinnvoll. Im Anschluss können (bei geeigneter Aufgabenstellung) die Ergebnisse der Kleingruppen von je einem Gruppenmitglied vor der Gesamtgruppe vorgetragen und gegebenenfalls diskutiert werden (Feedback).
- Vortrag/ Referat
- Bei einem Vortrag oder einem Referat sollen durch die Darstellung fachlicher Inhalte und Zusammenhänge durch den Vortragenden (Lehrender oder Lernender) das Nachdenken über ein bestimmtes Thema oder auch Gespräche und Diskussionen angeregt werden. Der Vortrag sollte sich in Art und Weise an den Lernenden orientieren und klar, strukturiert und verständlich die entsprechenden Sachverhalte darstellen.
- Diskussion/ Rundgespräch
- Eine Diskussion dient der gemeinsamen Klärung einer Fragestellung durch wechselseitiges Reden und Zuhören. Dabei steht die fachliche Diskussion der verschiedenen Argumente der gewählten Fragestellung im Mittelpunkt, erwünscht ist auch die Darstellung des Sachverhaltes aus verschiedenen Perspektiven.
- Rollenspiel
- Bei einem Rollenspiel haben die Lernenden die Möglichkeit, sich in eine andere Situation oder Rolle einzufühlen und sich so andere bzw. neue Inhalte, Informationen und Erfahrungen zu erschließen und diese darzustellen. Dabei können und sollen bislang unbekannte Anteile der eigenen Person bzw. nicht geübte Verhaltensweisen entdeckt und entwickelt werden.
[bearbeiten] Ergebnissicherung und Vermittlung
Die Methoden zur Ergebnissicherung und Vermittlung sollen zum einen dem einzelnen Lernenden zeigen, was er erarbeitet hat und bilden zum anderen die Grundlage für nachfolgende Arbeitsschritte:
- Zettelwand
- Die Zettelwand ermöglicht den Lernenden einen Überblick über die Schwerpunkte eines Themas und veranschaulicht den Zusammenhang zwischen dem eigenen Arbeitsergebnis und den Ergebnissen anderer Lernender. Zu einem inhaltsorientierten Arbeitsauftrag schreiben die Lernenden Stichworte auf Zettel, die an einer größeren Wand befestigt werden. Hierbei bietet es sich an, die Lernenden in Kleingruppen einzuteilen. In der Gesamtgruppe präsentieren die Kleingruppen dann ihre Ergebnisse, welche anschließend an der Zettelwand von allen Lernenden erfasst und diskutiert werden können.
- Mix-Gruppen
- Mix-Gruppen ermöglichen es den Lernenden, eigene Arbeitsergebnisse zu artikulieren und diese anderen im direkten Austausch mitzuteilen. Zunächst bearbeiten die Lernenden eine Fragestellung in Kleingruppen. Die Lerngruppen werden dann neu zusammengestellt und die neuen Kleingruppen bearbeiten dieselbe Fragestellung nochmals bzw. es wird eine aufbauende Fragestellung bearbeitet.
[bearbeiten] Auswertung und Nacharbeit
Jedes E-Learning-Angebot und jede Präsenzveranstaltung kann sowohl angenehme wie auch schwierige Teile enthalten. Mit den Methoden zur Auswertung und Nacharbeit haben die Lehrenden und Lernenden die Möglichkeit, die Wirkungen und Konsequenzen der gemeinsam erlebten Zeit zu formulieren:
- Bilanz-Frage
- Mit Hilfe der Bilanz-Frage sollen sich die Lernenden an ihre Lernergebnisse erinnern, diese bezeichnen und ihren persönlichen Lernerfolg reflektieren. Darüber hinaus bekommen sie durch diese Methode die Möglichkeit, Kritik sach- und personenbezogen auszudrücken.
In einem Rundgespräch werden Fragestellungen behandelt, die sich rückblickend, polarisierend oder mit dem Blick in die Zukunft beschäftigen.
- Auswertung/ Nacharbeit
- Hierbei sollen die Lernenden ebenfalls Arbeitsergebnisse formulieren und ihren persönlichen Lernfortschritt feststellen. Es wird ein Auftrag zur Nacharbeit gegeben, der dann strukturiert, zum Beispiel in Form eines Arbeitsblattes mit gezielten Fragen, oder unstrukturiert, zum Beispiel in Form eines Brainstormings, bearbeitet werden kann.
[bearbeiten] Literaturempfehlung
- Knoll, Jörg (2003): Kurs- und Seminarmethoden. Weinehim: Beltz
- bietet einen umfangreichen und praxisorientierten Überblick über gängige Kurs- und Seminarmethoden. Diese sind für Präsenzveranstaltungen geeignet, lassen sich aber zum Teil auch auf Online- und Selbstlernphasen übertragen.
- Flechsig, Karl-Heinz (1996): Kleines Handbuch didaktischer Modelle. Eichenzell: Neuland
- plädiert für didaktische Vielfalt und bietet einen praxisorientierten Überblick über Lehr-/Lernformen für traditionelle Präsenzveranstaltungen. Diese sind ausführlich erläutert und lassen sich zum Teil für E-Learning-Angebote übertragen.
- sowi-online: Unterrichtsmethoden in sozialwissenschaftlichen Fächern[15]
- ist eine Webpräsenz mit Erläuterungen zu unterschiedlichen Unterrichtsmethoden für den Einsatz in der sozialwissenschaftlichen Lehre.
- Unter Learnline: Methodensammlung[16] werden Methoden zum Einsatz in der Moderation vorgestellt.
- Salmon, Gilly (2004): E-tivities. Der Schlüssel zu aktivem Online-Lernen (Lernmaterialien). Zürich: Orell Füssli Verlag
- beschreibt ein gleichermaßen theoretisch fundiertes wie praktikables 5-Stufen-Modell für die Begleitung von Online-Phasen, einschließlich Betreuung, Motivation und Anregung zur Interaktion.
- Busch, Frank/ Mayer, Thomas B. (2002): Der Online-Coach. Wie Trainer virtuelles Lernen optimal fördern können. Weinheim: Beltz
- beschreibt Methoden für die fachliche Begleitung von und die optimale Förderung in Online-Phasen.
- Häfele, Hartmut/ Häfele-Maier, Kornelia (2004): 101 e-le@rning Seminarmethoden. Bonn: managerSeminare Verlag
- sammelt über 100 verschiedene Formen der Unterstützung von e-Learning.
[bearbeiten] Ansprechpartner
- Dr. Sybille Hambach (Fraunhofer IGD Rostock)
